Drittligisten









VfR Aalen

Vereinsname: VfR Aalen
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß

Dieses Wappen ist ein Traum! Das spitzenständige, aufgeplusterte Viereck sorgt als Form immer für Freude. Überraschend gut paßt dazu der Kreis, dessen Runde weder zu ähnlich noch zu anders verläuft. Und die Schriftgestaltung ist erst recht grandios. Leichtfüßig scheint der Vereinsname von links nach rechts am Betrachter vorüber­zubrausen. Die Individualität dieser Gestaltung hat wirklich ein enormes Level. Schön, wie das „f“ sachgerecht ein wenig kleiner gezeichnet ist. Wenn man so will, kann man in dem Komplex auch einen Fußball sehen. Von der Hell-Dunkel-Balance dürfte das Wappen Perfektion erreichen. Heikel wird es bei der Angelegenheit Außenlinie. Eine sorgfältige Abwägung sollte aber wohl zu dem Schluß kommen, daß das Gesamtwerk gerade noch grob genug und das schwarze Feld an einigen Stellen soeben schmal genug ist, um die Notwendigkeit einer Außenlinie zu verneinen. Freilich bräuchte das Wappen vor den Vereinsfarben abgebildet dann unbedingt eine zusätzliche weiße Linie (was aber z.B. auch Schalke 04 oder dem 1.FC Kaiserslautern so ergeht). Man kann offenbar nicht hundertprozentig alles haben. Ein sehr kleinlicher Kritikpunkt wären ansonsten noch die teilweise zu scharfen Schnitte am „f“ und am „R“. Aber gut, es ändert nichts, der VfR Aalen ist wappenmäßig Deutschlands Nr. 1!

 





Chemnitzer FC

Vereinsname: Chemnitzer FC
Vereinsfarben: Hellblau-Weiß

Mit dem Hellblau verfügt der Verein über eine seltene Farbe, die im Wappen klugerweise gut zur Geltung kommen sollte. Was jedoch durch das abenteuerliche Farbspektakel behindert wird. Der unansehnliche und viel zu fein gezeichnete Löwe auf gelbem Grund ist dem Stadtwappen entnommen. Förmlich fügt er sich überhaupt nicht in sein Feld. Als einzige Anpassung wurden lediglich Zunge und Krallen von Rot auf Weiß geändert, um nicht noch die sechste Farbe aufnehmen zu müssen. Die gegenüberliegenden „Landsberger Pfähle“ haben den selben Ursprung, sind aber in Vereinsfarben gehalten. Ob es optisch wirklich die beste Lösung ist, rechts weniger als eine Pfahlbreite, und links fast zwei Pfahlbreiten Platz zu lassen, erscheint zweifelhaft. Die Abstellung auf das Bundesland Sachsen (weiß-grün) läßt sich wohl mit dem Übermut in der Wendezeit erklären, wodurch die Nachbarschaft von Grün und Hellblau jedoch nicht erträglicher wird. Auch am Schriftzug gibt es etwas zu meckern, denn er wurde ohne Bearbeitung aus einer verbreiteten Schriftart erzielt. Entgegen der inhaltlichen Bedeutung steht da „CF“ näher zusammen als „FC“. Unterstützt durch die mutige, aber gut geglückte Positionierung so weit unten, entwickelt der Schriftzug trotzdem eine vorbildliche Ausstrahlung mit bemerkenswerter Erhabenheit. Aufgrund der dort zu schwach geratenen Ausbuchtungen des Schildes muß man nur immer befürchten, daß er mit seiner Binde vom Wappen abrutscht.

 





Rot-Weiß Erfurt
Vereinsname: FC Rot-Weiß Erfurt
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Ein Rad als Wappenbild wird weder die Einheimischen begeistern, da sie es zur Genüge vom Stadtwappen her kennen, noch Außenstehenden Respekt einflößen. Wenn in den roten Bereichen eine solch dicke Innenlinie gezogen wird, die bei schwarzer Außenlinie eigentlich ganz unnötig sein sollte, ist das wohl ein Eingeständnis für schlechte Bindungskraft der Wappenbestandteile gegenüber der Umgebung. Im oberen Feld paßt erstens das „FC“ nicht zum Raum. Zweitens rührt die Hervorhebung des „FC“ noch aus der Rahmenbedingung DDR, wo nur wenige privilegierte Klubs diese Bezeichnung führen durften. Drittens kann man nicht allen Ernstes einen Abkürzungs-Marathon aus fünf Buchstaben anbieten. Viertens müßten Buchstaben in dieser Größe schmuckvoll ausgearbeitet sein. Fünftens hat die Darstellung von „RW“ für „Rot-Weiß“ in Schwarz-Weiß etwas Paradoxes. Sechstens verursacht dieses weiße Feld einen viel zu hellen Gesamteindruck. Und siebtens macht die mächtige Kopfleiste das Wappen zum Turm. Man nimmt es nicht so wahr, gelten Schildformen doch als unverdächtig, aber dieses Wappen überschreitet die 50%-Überhang-Regel (und ist damit höher als diejenigen von SC Freiburg, Alemannia Aachen, oder als die bekannten Rauten). Hier kann nur ein unabhängiger Neuentwurf helfen. Obwohl, die rot-weiße Viertelung ist erhaltenswürdig.

 





Sonnenhof Großaspach
Vereinsname: SG Sonnenhof Großaspach
Vereinsfarben: Rot-Schwarz


Hier haben wir endlich mal ein Wappenbild, das sich für die Kreisform eignen würde - und dann wird ein Schild draus gemacht. Die Sonnenstrahlen stehen für das namensgebende Hotel, der Baum stammt aus dem Wappen Großaspachs. Zusammen erinnert die Grafik an viele Lebensbereiche, weniger an Fußball. Auch tut sich ein Zwiespalt mit dem Vereinsnamen auf, denn ein Baum kann nicht als Sinnbild für „Hof“ aufgefaßt werden. Der Gesamteindruck ist zu düster. Für die Kopfleiste findet löblicherweise eine spezielle Schriftart Verwendung, die allerdings bei den fehl­konstruierten, da viel zu schmal laufenden Zeichen „S“ und „s“ ausgebessert werden sollte. Schwarz auf Rot ist außerdem zu kontrastarm, die durch Tastendruck auf „Blocksatz“ entstandene Lücke zwischen „SG“ und „Sonnenhof“ entschieden zu groß, und „e.V.“ ohne Punkte zumindest was Neues. Kleinbuchstaben führen immer zu un­einheitlichen Abständen zum Rand. Mit Kopfleisten in Schilden hat es eigentlich die Bewandnis, daß der Vereinsname stolz das Wappenbild präsentiert. In diesem Wappen scheint eher das mächtige Wappenbild die zierliche Kopfleiste abzudrängen. Zum einen liegt dies an seiner dunkleren Grundfarbe. Zum anderen daran, daß die Außenlinie am roten Feld erheblich zu dünn ausfällt, während das schwarze Feld von gar keiner Außenlinie im Zaum gehalten wird. Fazit: Nichts gegen mittelmäßige Wappen im Amateurbereich, aber dann sollte das sportliche Niveau nicht darüber hinauswachsen.

 





Hallescher FC
Vereinsname: Hallescher FC
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Dieser Klub wurde in der DDR über die Vereinsfarben und das Wappen stark „verstädtischt“ (wie auch Rot-Weiß Erfurt). Fußballkulturell kann da nichts Berauschen­des bei herumkommen. Verschieden große Sterne mit umgekippter Mondsichel, direkt vom Stadtwappen übernommen, rufen bei Außenstehenden nur Unverständnis hervor, während sie für Einheimische eh zum Alltag gehören. Auch abstrakt ist in dieser Darstellung keine Ästhetik zu erkennen, vom islamischen Anklang ganz zu schweigen. Wie obendrüber in der Kopfleiste das „HFC“ verarbeitet wurde, wirkt es weniger inspiriert als mehr wappengestalterisch ritualisiert. Die schmucklose Schrift reicht zu nah an die Ränder heran. Zwei weiße Felder nebeneinander sind immer ein Zeichen von Unausgereiftheit. Den deutlichsten Schwachpunkt des Wappens bildet allerdings die optisch sehr unbefriedigende Stufe zwischen den unterschiedlich dicken Außenwänden, die letztlich darauf zurückzuführen ist, daß das Wappenbild nicht zum Raum paßt. Wobei die Schildform ansich schön anzuschauen ist. Einstmals fungierte der Schild als „Wappen im Wappen“ in einem kreisförmigen Gebilde, wurde für die 1. Mannschaft aber zum Glück herausgelöst. Von daher sind Fortschritte hoffentlich auch in Zukunft möglich.

 





Carl Zeiss Jena
Vereinsname: FC Carl Zeiss Jena
Vereinsfarben: Blau-Gelb-Weiß


Die beiden oberen Felder bilden als Darstellung eines Linsenrahmens das historische Wappen der Firma Carl Zeiss. Daß die morphologische Erweiterung zum Vereinswappen beachtlich gut gelang, kann aber keine Rolle spielen. Schließlich laufen die beiden Knicke an den Seiten nun ins Leere, und die Abfolge der Namensteile stimmt schon gar nicht. Die Übergröße des indiskutabel primitiv gestalteten „FC“ ergibt eigentlich auch nur als Abgrenzung gegenüber dem Wirtschaftsunternehmen Sinn. Somit muß die schöne Trikolore retten, was noch zu retten ist. Da auch sie unglücklicherweise überwiegend aus hellen Farben besteht, fällt die Hell-Dunkel-Balance des Wappens natürlich bei Weitem zu hell aus. Vier weiße Felder in Folge sind ein gestalterisches Desaster. Um dieses Gebilde zusammen­zuhalten, bräuchte es eigentlich eine weitere Außenlinie. Jeden Moment droht es zu zerbrechen wie ein Butterkeks. Schonender Verbesserungs­vorschlag: Ins oberste Feld „FC“ und „CZ“ schreiben, dazwischen sowie auch zu beiden Seiten von „Jena“ auf mittlerer Höhe je einen Punkt anbringen, und im Feld unten rechts die drei Farben sparrenmäßig spiegelbildlich wieder absteigen lassen.

 





Karlsruher SC
Vereinsname: Karlsruher SC (exakt: Karlsruher SC Mühlburg-Phönix)
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Mit einem flüchtigen Blick läßt sich hier sofort alles erfassen. Genauere Betrachtungen sind auch gar nicht empfehlenswert, denn dann würde man feststellen, daß die drei Buchstaben zusammen ein komisches Geriffel bilden und sich vom Stil her absolut nichts zu sagen haben. Doch aus einiger Ferne werden sie zum Meisterwerk. Stark, wie sie mit gleichen Abständen zu allen vier Seiten den konträr geformten Raum nutzen. Die aufsteigende Tendenz setzt Energie frei. In der direkten Zusammenschau mit anderen Wappen reißt dieses stets viel Aufmerksamkeit an sich. Verbesserungspotential hat der Entwurf nicht mehr. Jeder Versuch, vielleicht die Schlichtheit aufzupeppen, endet mit einem unsäglichen Ergebnis. Aus dem Umstand, daß dieses Wappen meist in einem recht dunklen Blauton erscheint, könnte man aber doch eine Idee ableiten: Wenn der Klub die Vereinsfarben auf richtiges Dunkelblau und Weiß änderte, hätte dies atem­beraubende Folgen für das Wappen (s. hier).

 





Fortuna Köln
Vereinsname: SC Fortuna Köln (als Verein)
                    Fortuna Köln (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Obwohl es gegen kaum eine der aufgestellten Regeln verstößt, haben wir hier ein chaotisches Wappen vor uns. Der stiefmütterlich behandelte Inhalt wird permanent durch einen allzu üppigen Schriftring bedroht. Dabei ist die Kreisform angesichts der ungleichmäßigen Raumnutzung des „F“ sowieso die falsche Wahl. Vielmehr müßte es als Rahmen für den ausgesprochen schön gestalteten Buchstaben idealerweise auf ein Dreieck hinauslaufen. Damit würde sich der Klub auch wenigstens etwas von den bekannten Farben- und Namensvettern aus der Umgebung abheben. Und die rätselhafte Sparsamkeit bei der Farbe macht das „F“ sicher nicht edler, sondern nur schwächer. Die erst neulich entfernte Außenlinie müßte natürlich zurückkehren. Im Schriftring gilt wohl die Devise, unbedingt einen geschlossenen Textumlauf herzustellen. Zur Beruhigung des Gesamteindrucks wären Lücken zwischen Ober- und Unterzeile aber dringend erforder­lich! Zwischen „SC“ und „Fortuna“ ist der Abstand ebenfalls zu gering, wobei das „SC“ bei der Gelegenheit gleich entfernt werden könnte, da für die nunmehrige Kapital­gesellschaft unzutreffend. Wie leicht ließe sich das durch bloße Verkleinerung der ohnehin unangemessen großen Schrift erreichen. Dann müßten zwei Buchstaben auch nicht unnötigerweise kopfüber stehen, die Umschaltschwelle könnte anders als jetzt (s. Exemplar auf der Netzseite) beiderseits auf gleiche Höhe gebracht werden, und das Punkte-Wirrwarr im Viertel links unten wäre entzerrt. Das Ausrichten der Schriftzeichen sollte man übrigens den Computer machen lassen, der kann das besser.

 





Spfr. Lotte
Vereinsname: VfL Sportfreunde Lotte
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Bis 2016 führte dieser Klub ein anderes Wappen (s. hier). Es war eines mit weit­verbreitetem Design, aber für einen Provinzvertreter erfreulich souverän ausgearbeitet. Dann kam es zu der wahnwitzigen Änderung. Waren die beiden Wörter im Schriftring vorher umständehalber in klar erkennbar verschiedener Größe gesetzt, verwirrt nun eine geringere Größendifferenz plus unterschiedlicher Dicke das Auge. In der Oberzeile herrscht auch kein gleicher Abstand zu den Rändern mehr. Im Innern wurde das Thema Musterung gegen die pure erneute Darlegung des Vereinsnamens eingetauscht. Nun wimmelt es nur so von Schrift. Künstlerische Gestaltung Fehlanzeige, dafür gibt es jetzt eine aussageschwache Jahreszahl, einen weiteren Ring in anderer Stärke, und ein unharmonischeres Zusammentreffen der Elemente auf der angedeuteten horizontalen Mittelachse. Dieses Wappen hat nur noch vor dem historischen Hintergrund Sinn, nicht für sich allein. Von vornherein würde man es nicht so gellend belanglos entwerfen. Eine kreisgewordene Namenswiedergabe, Sünde am Wappengedanken.

 





1.FC Magdeburg
Vereinsname: 1.FC Magdeburg
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Da sich ein Fußballverein über Vereinsname, Vereinsfarben und Vereinswappen präsentiert, soll das Wappen folglich etwas mehr bieten als nur Hinweise auf Name und Farben. Davon ist hier nichts zu sehen. Sicherlich, auch das Wappen des 1.FC Magde­burg löst bei den eigenen Leuten Gefühle aus und hat einen gewissen Individualitäts­faktor. Aber wenn dazu schon „nichts“ reicht, dürfte das eh auf alle Wappen zutreffen. Bereits der Entwerfer hätte das Papier eigentlich zerknüllen müssen, als er mit dem Trennstrich oben haarscharf am Stamm des „F“ vorbeischrammte, und unten eine Position neben der natürlichen Wortfuge herauskam. Mehr gibt es über dieses Wappen vor lauter Leere nicht zu sagen.

 





SV Meppen
Vereinsname: SV Meppen
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Ein monumentales Wappen, schon fast wie ein Bauwerk. Die achteckige Form ist sehr zu begrüßen, auch wenn sich das Konstrukt mit drei verschiedenen Kantenlängen nicht leicht erschließen läßt. Daß die „Seitenfächer“ übervoll und mithin auch zu hell wirken, spricht eigentlich gegen die hohe Ausrichtung der Wappenform, möglicherweise wäre der gelungene Effekt sonst aber zu wenig gegeben. Im Mittelteil gefällt am besten die Unterbringung der Jahreszahl in Zusammenspiel mit „M“ und „V“. Die Verwebung der Buchstaben erfolgt dagegen zu ungehobelt. Sie liegen bis zu dreilagig übereinander, ohne so recht in die Kontakte zu kommen. Das unglaublich große „M“ läßt an seinen vier Ecken Anpassungen an die Umgebung vermissen. Vielleicht sollte mal probiert werden, das „M“ auf ungefähr halbe Höhe abzusenken. Darüber könnten sich bequem erst das „V“ und dann das „S“ niederlassen, was ja auch mehr als jetzt dem Vereinsnamen entspräche. Die Spitze bei der Jahreszahl käme dann halt vom „M“. Außerdem müßte die Dicke der Außenlinie an diejenige der benachbarten weißen Linie angeglichen werden. Kurzum, ein schönes Wappen wartet auf den Feinschliff.

 





Preußen Münster
Vereinsname: SC Preußen 06 Münster
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß-Grün


Und schon wieder ein Wappen, das keines ist, weil eine Form fehlt. Selbst als die vorherige - ebenfalls lose stehende - Adlerfigur gegen diese ausgetauscht wurde, verpeilten die Verantwortlichen die Gunst der Stunde, so daß man nun mit den gleichen Problemen fortlebt. Auf den Trikots sind dagegen immer mal wieder Schild- oder auch Kreisformen zu sehen; s. hier. Der Adler als Übertragung des Vereinsnamens gibt natürlich ein hervorragendes Wappenbild ab. Er ist schon sehr schön gezeichnet (wie nicht zuletzt der Vergleich mit Eintracht Frankfurt erhellt). Leider kommt man nie dazu, ihn richtig zu betrachten, da nicht nur das Fehlen der Form extrem stört, sondern auch die ständige darin begründete viel zu große Abbildung erschlagend wirkt. Bei einer genaueren Beschau könnte man die Reihen mit den kleinen Federn für völlig entbehrlich halten. Drei Krallen sind ein Unding, Adler müssen in der Heraldik wie in der Natur vier haben. Brustschild und „P“ vertragen sich überhaupt nicht, wobei der Buchstabe sowieso eine schmuckvollere Gestaltung bräuchte. Daß der Adler eine der Vereinsfarben außen vorläßt, ist ansich nicht verwerflich, denn Schwarz-Weiß kann als neutral gelten. Trotzdem fällt in schwarz-weiß-grüner Umgebung ein Ungleichgewicht auf. Es wäre daher zu empfehlen, im Brustschild sowie im noch zu ziehenden Rand auch Grün mit unterzubringen.

 





VfL Osnabrück
Vereinsname: VfL 1899 Osnabrück (als Verein)
                    VfL Osnabrück (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Lila-Weiß


Für die Fußballabteilung wurde der Kasten, der eines Tages als „Wappen im Wappen“ in eine Schildform eingepflanzt wurde, wieder befreit. Nur leider ist im Vergleich zu früher der Rand abhanden gekommen. Von dem, was wir hier sehen, würden auf lilanem Grund eigentlich bloß die Buchstaben übrigbleiben. Wie man sich denken kann, wird in solchen Fällen dann aber doch ein Rand herbeigezaubert. Des weiteren gibt es nebenher tatsächlich auch Ausführungen mit Außenlinie, z.B. bei dieser Fahne. Prinzipiell gehört der Osna­brücker Kasten zu den stärksten Wappen überhaupt. Markanter und präsenter geht es nicht! Mit diesen drei recht selbständigen und doch aufeinander angewiesenen Feldern hat das Wappen gar keine näheren Verwandten, weil es offenbar eine Punkt­landung darstellt, und schon mit geringen Abweichungen nicht mehr funktionieren würde. Gleichzeitig besteht es den „Schülertest“ (ob es einfach genug ist, um auf die Schulbank gekritzelt werden zu können) gut wie kaum ein anderes. Nebenbei bemerkt handelt es sich um das bedeutendste Wappen Deutschlands mit Asymmetrie im vertikalen Schnitt trotz korrekt-regelmäßiger Form. Was man kritisieren könnte, wäre bei einem schreibungs­sensiblen Vereinsnamen wie diesem die Großschreibung des „f“. Daran anknüpfend kommt die Überlegung auf, ob Vereine namens VfB, VfR, VfV oder mit ganz anderen Namen dieses Wappen vielleicht noch besser befüllen würden, oder ob evtl. mehr Formenkontrast durch kurvigere Schrift von Vorteil wäre. Schaut man sich das Wappen so an, tendiert man zu Nein. Bei einer Bewertung müßte man lupenreine 10 von 10 Punkten vergeben, ohne Rand allerdings natürlich 0.  

 





SC Paderborn
Vereinsname: SC Paderborn 07
Vereinsfarben: Blau-Schwarz

Dieses Objekt befindet sich so sehr auf Anti-Kurs, daß sich eine Besprechung erübrigt.

 





Hansa Rostock
Vereinsname: FC Hansa Rostock
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Man wird wahrscheinlich niemanden finden, dem dieses Wappen nicht gefällt. Die Kogge ist wirklich ungemein ästhetisch gezeichnet, sowohl für sich als auch in Bezug zur Kreisform. Darüber hinaus paßt das Motiv natürlich perfekt zum Vereinsnamen und zur Herkunft. Und doch gibt es auch hier etwas zu beanstanden. Alles ist zu klein und licht, zu locker (Segelbefestigung) und meist in blassen Farben gemalt. Es gab in der Vereinsgeschichte offenbar schon wesentlich forschere Ausführungen, s. hier. Damals erinnerte der Mast mit dem Ausguck auch nicht so sehr an einen Fernsehturm. Auf den Greifen aus dem Stadtwappen sollte verzichtet werden, denn zwei verschiedene lokale/regionale Figuren sind für ein Fußball-Vereinswappen zuviel des Guten. Außerdem bedingt das aufgeblähte Segel - zumindest im Geist - eine unerwünschte räumliche Darstellung. Blau-weiße Streifen wären da geeigneter und zulässig. Das Hauptproblem ist allerdings die Aufführung des Vereinsnamens entgegen den Vereinsfarben im rot-weißen Bereich. All diese Schwächen könnten behoben werden, indem das Segel ein bißchen nach oben, rechts und links vergrößert würde, und das „FC Hansa“ anstelle des Greifen auf das Segel umzöge, wobei der Rumpf dafür dann Strukturierung erhielte. Eine andere Möglichkeit wäre es, die Vereinsfarben auf Blau-Weiß-Rot zu ändern (was die Fans mit ihren Fahnen sogar vielfach in die Tat umsetzen). In diesem Fall könnte der Name durchaus in Rot-Weiß erscheinen, da die blaue Umrandung einen schlüssigen Ausgleich herstellen würde; blau-weiße Streifen am Segel gingen dann jedoch nicht. Oder man schreibt „FC Hansa“ auf das Segel, und auf den Rumpf „Rostock“.

 





SpVgg Unterhaching
Vereinsname: SpVgg Unterhaching
Vereinsfarben: Rot-Blau

Hier begegnet uns eine ansehnliche Schildform, die nur ganz unten etwas dezidierter gezeichnet sein könnte, entweder steiler zulaufend oder ganz rund. Grau ist für die Außenlinie in Ordnung, denn Rot oder Blau kann ja schlecht der Vortritt gelassen werden, und Farbwechsel auf der Außenlinie mindern die Geschlossenheitswirkung. Während der Wappenentwicklung hätte man es ruhig so deichseln können, daß der Trennstrich im Knick ankommt. Durch den weißen Puffer zwischen den Feldern bekundet der Klub, er halte seine eigenen Vereinsfarben für miteinander unverträglich! Einen engeren Zusammenhang zwischen „Unterhaching“ und „1925“ herzustellen, ist logisch falsch. Den Bob als liebenswürdige Skurrilität möchte niemand missen, jedoch wirkt er wie der Ball in Schwarz-Weiß als Fremdkörper. Ein kleinteilig aufgebautes Wappen kann funktionieren, aber nur wenn die Teile sich ergänzen, und das Auge geleitet wird. Hier kämpft indessen jeder gegen jeden, Text gegen Bilder, die Textzeilen gegeneinander, die Bilder gegeneinander, das rote gegen das blaue Feld. Ein Blickfang könnte eingerichtet werden, indem das „Spielvereinigung“ vergrößert als „SpVgg“ geschrieben wird. Würde man die Farben geviertelt statt schräg gespalten darstellen, stünde dieses Kürzel mit beiden in Bezug. Der Ortsname könnte ohne Jahreszahl evtl. im leichten Bogen verlaufen. Und unter Zuhilfenahme von Grau und Weiß sollte in die Mitte ein Bild gesetzt werden, das aus - historisch anmutendem - Ball und Bob besteht.

 





SV Wehen Wiesbaden
Vereinsname: SV Wehen Wiesbaden (als Fußballabteilung)
Vereinsfarben: Schwarz-Rot


Anläßlich der Umbenennung und Umfärbung des Vereins entstand dieses Wappen 2007 als Neuentwurf. Anders als manch andere Wappen konnte es also noch nicht in einem jahrzehntelangen Prozeß nach und nach optimiert werden, was man ihm auch ansieht. Die Gestaltung im Innenteil gefällt, wenn auch „SV“ und „26“ zu schlicht ausgeführt sind. Sofern er wirklich entsprechend gepflegt wird, ist die Hinzunahme des Bronzetons als Ergänzungsfarbe eine tolle Idee. Damit schafft man Eigenheit. Ansonsten zeigt das Wappen jedoch viele Mängel: Der Bereich mit der zentralen Botschaft widerspricht in Rot-Weiß den Vereinsfarben. Schwarz ist in dieser Art gar nicht als Vereinsfarbe wahrnehmbar. Mit dem zwischen Innen- und Außenteil vollkommen getrennten Farbenspiel kann kein geschlossenes Erscheinungsbild erzeugt werden. Der Schriftring bleibt deutlich zu leer. Die Lilien aus dem Wiesbadener Stadtwappen haben als Bilder nichts im Schriftring verloren. Dort oben finden sie auch keinen Halt, drohen abzurutschen. Am schlimmsten ist aber die Ellipsenförmigkeit der Felder bzw. Ränder. Der erhaschte Effekt liegt bei Null. Eher vermutet der Betrachter darin Fehler. In Wappen muß auf jeden Fall mit klareren Konturen gearbeitet werden. Unten im Schriftring entsteht eine inakzeptable Schwammigkeit bezüglich der Abstände. Auf die veränder­lichen Felder oder Linien in Schwarz und Bronze ist dergestalt zu wenig Verlaß, als daß sie Begrenzungen darstellen könnten. Es bedarf daher insbesondere noch einer vernünftigen, gleichmäßigen Außenlinie. Alles in allem lohnt es nicht, auf diesem Wappen aufzubauen.

 





Würzburger Kickers
Vereinsname: FC Würzburger Kickers
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Mit diesem Erfolgsmodell des Wappenaufbaus fährt man immer gut (wir kennen es auch von FK Pirmasens und Viktoria Aschaffenburg her). Formen, Raumnutzung, Hell-Dunkel-Balance, Erfaßbarkeit und Blickführung vereinen sich auf bestmögliche Weise. Dennoch ist hier Manches nicht gut gelöst. Die Unparallelität des weißen Felds an den Rändern sorgt ohne jeden Vorteil nur für Unruhe. Selbstverständlich sollte dort in der Dicke der Außenlinie lediglich eine weiße Linie entlanglaufen. Der Ball ist etwas zu groß geraten, gleichzeitig aber mit zu feinem Strich gezeichnet. Die Buchstaben gehen den Bogen leider nicht so schön mit, wie sie es könnten. Ihre Oberkanten sollten doch wohl parallel zum Feldrand verlaufen. Beim „W“ dürfte die Mittelspitze ein wenig ins Eck vorstoßen, beim „K“ müßte das rechte Bein weiter herunterreichen als das linke. Es kann aufgrund der Anordnung auch nicht sein, daß die Füße von „F“ und „K“ in die selbe Richtung geformt sind. Die durchlaufende Kette erscheint entbehrlich. Bleibt noch die Frage, was da überhaupt für ein Text steht. Mit den Kürzeln anderer Vereine hat dieses nichts gemein. Für den sprachlich genauso aufgebauten SV Stuttgarter Kickers wird als Kürzel „SVK“ verwendet. Entsprechend müßte es hier „FCK“ heißen; „FCWK“ wäre auch noch nachvollziehbar. „FWK“ jedoch hat mit unserer Fußballkultur so viel zu tun wie „XYZ“. Damit wird dieses Wappen trotz seiner tollen Grundausstattung letztlich unbrauchbar.

 





FSV Zwickau
Vereinsname: FSV Zwickau
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Welch phantastische Schildform ist das bitte! Vielleicht die Großartigste, die jemals auf diesem Gebiet entstand! Dabei enthält sie einen üblen handwerklichen Fehler, denn der rechte „Ärmel“ reicht deutlich weiter nach unten als der linke. Im Zuge einer Reparatur könnte dasjenige Feld mit der doch etwas niedergedrückten Schrift erhöht werden. Andererseits erscheint die jetzige Raumeinteilung aber vollauf perfekt. Die aufsteigende Richtung des Vereinsnamens vermittelt Energie. Sicherlich wurde es schon erprobt und verworfen, das „Zwickau“ auf die selbe Länge wie „FSV“ zu ziehen. Anmerkung: Bei „FSV“ ist die Schrift an den Serifen inzwischen noch geringfügig verbessert worden; ein aktuelles Bild davon liefert das Netz noch nicht. Mögen simple Muster in Wappen oft eine Verlegenheitslösung darstellen, wird dieses hier im unteren Feld echt beeindruckend und gekonnt eingesetzt. Nur verwundert die weiße Innenlinie. Diese könnte als Vorsichtigkeit und „Überdesignung“ ausgelegt werden. Besser die Außenlinie etwas verstärken, alle roten Streifen bis unten durchziehen, und die Streifenbreite so berechnen, daß jeweils Rot am Rand liegt. Nun zum ebenso aufregenden oberen Feld. Die drei Schwäne entstammen dem Stadtwappen, wo sie jedoch auf roter Fläche gehend unterwegs sind. Obwohl die Farbe Rot für den FSV ja zu gebrauchen wäre, hat der Gestalter hier eine andere Szene arrangiert. Das Blau/Hellblau schadet überhaupt nicht, da es von den Vereinsfarben Rot und Weiß, die eindeutig in engerem Zusammenhang miteinander erscheinen, auf Distanz gehalten wird. Lehrbuchhaft gelöst! Wenn dann noch der dämliche, wie Müll auf dem Gewässer treibende Ball entfernt würde, um stattdessen die Schwäne liebevoller auszuarbeiten, könnte der Betrachter diesen Höhepunkt der Wappenkunst noch mehr genießen.