Drittligisten









Eintracht Braunschweig

Vereinsname: Braunschweiger TSV Eintracht 1895 (als Verein)
                    Eintracht Braunschweig (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Blau-Gelb               
  
                                     

Gegen den leicht abgewandelten Löwen aus dem Stadtwappen ist als Wappenbild nichts einzuwenden. Mit klaren Konturen und bedrohlicher Haltung füllt er die zugehörige Fläche graphisch bestens aus. Man könnte allerdings drüber streiten, ob die weiße Fläche nicht einen Rand benötigt, und ob die Krümmung des Schildes sich mit der nahe­gelegenen Kreisform wirklich verträgt. Der ellenlange Text ist hier im Grunde weniger zum Durchlesen gedacht, sondern eher im Sinne einer schmückenden Bordleiste. Für den Profi-Fußball wäre die richtige Benennung übrigens nurmehr „Eintracht Braun­schweig“, ohne den Rest, vor allem ohne das „e.V.“. Ferner stellt sich die Frage, wieso der Vereinsname in Weiß statt in Gelb geschrieben ist. Vermutlich ergibt sich so die bessere Optik. Trotzdem legt das Wappen nicht nahe, die Vereinsfarben seien Blau-Weiß, denn dazu findet man zu große gelbe Flächen vor, für die ja auch ein Sinn anzunehmen sein sollte. Die Vereinsfarben bleiben hier nur unklar, mehr nicht, und das geht in Ordnung. Der starke Gesamteindruck wird von den vielen kleinen Holprigkeiten dennoch nicht vermasselt. Schön anzuschauen, wie dieses sauber verarbeitete Wappen in sich selbst ruht.

 





Chemnitzer FC
Vereinsname: Chemnitzer FC
Vereinsfarben: Hellblau-Weiß


Mit dem Hellblau verfügt der Verein über eine seltene Farbe, die im Wappen klugerweise gut zur Geltung kommen sollte. Was jedoch durch das abenteuerliche Farbspektakel behindert wird. Der unansehnliche und viel zu fein gezeichnete Löwe auf gelbem Grund ist dem Stadtwappen entnommen. Förmlich fügt er sich überhaupt nicht in sein Feld. Als einzige Anpassung wurden lediglich Zunge und Krallen von Rot auf Weiß geändert, um nicht noch die sechste Farbe aufnehmen zu müssen. Die gegenüberliegenden „Landsberger Pfähle“ haben den selben Ursprung, sind aber in Vereinsfarben gehalten. Ob es optisch wirklich die beste Lösung ist, rechts weniger als eine Pfahlbreite, und links fast zwei Pfahlbreiten Platz zu lassen, erscheint zweifelhaft. Die Abstellung auf das Bundesland Sachsen (weiß-grün) läßt sich wohl mit dem Übermut in der Wendezeit erklären, wodurch die Nachbarschaft von Grün und Hellblau jedoch nicht erträglicher wird. Auch am Schriftzug gibt es etwas zu meckern, denn er wurde ohne Bearbeitung aus einer verbreiteten Schriftart erzielt. Entgegen der inhaltlichen Bedeutung steht da „CF“ näher zusammen als „FC“. Unterstützt durch die mutige, aber gut geglückte Positionierung so weit unten, entwickelt der Schriftzug trotzdem eine vorbildliche Ausstrahlung mit bemerkenswerter Erhabenheit. Aufgrund der dort zu schwach geratenen Ausbuchtungen des Schildes muß man nur immer befürchten, daß er mit seiner Binde vom Wappen abrutscht.

 





MSV Duisburg
Vereinsname: Meidericher SV 02 Duisburg (als Verein)
                    MSV Duisburg (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Diese Zusammenstellung hat mit deutschen Fußball-Vereinswappen nichts zu tun. Deshalb kann sie hier nicht besprochen werden.

 





Sonnenhof Großaspach
Vereinsname: SG Sonnenhof Großaspach
Vereinsfarben: Rot-Schwarz


Hier haben wir endlich mal ein Wappenbild, das sich für die Kreisform eignen würde - und dann wird ein Schild draus gemacht. Die Sonnenstrahlen stehen für das namensgebende Hotel, der Baum stammt aus dem Wappen Großaspachs. Zusammen erinnert die Grafik an viele Lebensbereiche, weniger an Fußball. Auch tut sich ein Zwiespalt mit dem Vereinsnamen auf, denn ein Baum kann nicht als Sinnbild für „Hof“ aufgefaßt werden. Der Gesamteindruck ist zu düster. Für die Kopfleiste findet löblicherweise eine spezielle Schriftart Verwendung, die allerdings bei den fehl­konstruierten, da viel zu schmal laufenden Zeichen „S“ und „s“ ausgebessert werden sollte. Schwarz auf Rot ist außerdem zu kontrastarm, die durch Tastendruck auf „Blocksatz“ entstandene Lücke zwischen „SG“ und „Sonnenhof“ entschieden zu groß, und „e.V.“ ohne Punkte zumindest was Neues. Kleinbuchstaben führen immer zu un­einheitlichen Abständen zum Rand. Mit Kopfleisten in Schilden hat es eigentlich die Bewandnis, daß der Vereinsname stolz das Wappenbild präsentiert. In diesem Wappen scheint eher das mächtige Wappenbild die zierliche Kopfleiste abzudrängen. Zum einen liegt dies an seiner dunkleren Grundfarbe. Zum anderen daran, daß die Außenlinie am roten Feld erheblich zu dünn ausfällt, während das schwarze Feld von gar keiner Außenlinie im Zaum gehalten wird. Fazit: Nichts gegen mittelmäßige Wappen im Amateurbereich, aber dann sollte das sportliche Niveau nicht darüber hinauswachsen.

 





Hallescher FC
Vereinsname: Hallescher FC
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Dieser Klub wurde in der DDR über die Vereinsfarben und das Wappen stark „verstädtischt“ (wie auch Rot-Weiß Erfurt). Fußballkulturell kann da nichts Berauschen­des bei herumkommen. Verschieden große Sterne mit umgekippter Mondsichel, direkt vom Stadtwappen übernommen, rufen bei Außenstehenden nur Unverständnis hervor, während sie für Einheimische eh zum Alltag gehören. Auch abstrakt ist in dieser Darstellung keine Ästhetik zu erkennen, vom islamischen Anklang ganz zu schweigen. Wie obendrüber in der Kopfleiste das „HFC“ verarbeitet wurde, wirkt es weniger inspiriert als mehr wappengestalterisch ritualisiert. Die schmucklose Schrift reicht zu nah an die Ränder heran. Zwei weiße Felder nebeneinander sind immer ein Zeichen von Unausgereiftheit. Den deutlichsten Schwachpunkt des Wappens bildet allerdings die optisch sehr unbefriedigende Stufe zwischen den unterschiedlich dicken Außenwänden, die letztlich darauf zurückzuführen ist, daß das Wappenbild nicht zum Raum paßt. Wobei die Schildform ansich schön anzuschauen ist. Einstmals fungierte der Schild als „Wappen im Wappen“ in einem kreisförmigen Gebilde, wurde für die 1. Mannschaft aber zum Glück herausgelöst. Von daher sind Fortschritte hoffentlich auch in Zukunft möglich.

 





FC Ingolstadt
Vereinsname: FC Ingolstadt 04
Vereinsfarben: Schwarz-Rot-Weiß (offiziell)
                      Schwarz-Rot (faktisch überwiegend)


„Schanzer“ ist der Spitzname für die Einwohner Ingolstadts, hat im Wappen nichts zu suchen, und sichert ihm damit in jeder Bewertung 0 Punkte! Das „FC Ingolstadt“ wurde nicht parallel zur Feldbegrenzung gezogen. So wie der Vereinsname normalerweise gebraucht wird, ist es unlogisch, die Jahreszahl ganz woanders zu plazieren. Mit dem Rautenmuster soll wohl auf Bayern angespielt werden. Blöd nur, daß Schwarz-Weiß weder den bayrischen Rauten noch den Vereinsfarben entspricht. Durch die getrennte Abbildung rechts daneben ist das zugehörige Rot in diesem Bereich keinesfalls abgegolten. Der sogenannte Panther stammt aus dem Stadtwappen und würde in groß ein gutes Wappenbild abgeben (wie es beim Vorläuferverein MTV der Fall war). Hier geht er indessen unter. Zudem paßt er überhaupt nicht in das zur Verfügung gestellte Feld. Obendrein zieht der Panther das benachbarte „04“ hoch, welches dadurch aber im eigenen Raum völlig falsch justiert ist. Einer Außenlinie bedarf es schon deshalb, um die Vielzahl von sage und schreibe sechs Feldern zusammenzuhalten. Doch diese ultradünne Linie verläuft zu weit außerhalb, unten sogar noch ausschweifender als sonst. Zu allem Überfluß wird oft entweder der Zwischenraum als transparent (!) verstanden, oder aus dem Nichts noch ein zweiter weißer Saum hinzugefügt. Dieses Wappen ist wirklich ein planloser, austauschbarer Graus. Beim Verkleinerungstest bleibt nur noch Kuddelmuddel übrig. Und selbst dann trieft noch computerige Sterilität heraus.

 





Carl Zeiss Jena
Vereinsname: FC Carl Zeiss Jena
Vereinsfarben: Blau-Gelb-Weiß


Die beiden oberen Felder bilden als Darstellung eines Linsenrahmens das historische Wappen der Firma Carl Zeiss. Daß die morphologische Erweiterung zum Vereinswappen beachtlich gut gelang, kann aber keine Rolle spielen. Schließlich laufen die beiden Knicke an den Seiten nun ins Leere, und die Abfolge der Namensteile stimmt schon gar nicht. Die Übergröße des indiskutabel primitiv gestalteten „FC“ ergibt eigentlich auch nur als Abgrenzung gegenüber dem Wirtschaftsunternehmen Sinn. Somit muß die schöne Trikolore retten, was noch zu retten ist. Da auch sie unglücklicherweise überwiegend aus hellen Farben besteht, fällt die Hell-Dunkel-Balance des Wappens natürlich bei Weitem zu hell aus. Vier weiße Felder in Folge sind ein gestalterisches Desaster. Um dieses Gebilde zusammen­zuhalten, bräuchte es eigentlich eine weitere Außenlinie. Jeden Moment droht es zu zerbrechen wie ein Butterkeks. Schonender Verbesserungs­vorschlag: Ins oberste Feld „FC“ und „CZ“ schreiben, dazwischen sowie auch zu beiden Seiten von „Jena“ auf mittlerer Höhe je einen Punkt anbringen, und im Feld unten rechts die drei Farben sparrenmäßig spiegelbildlich wieder absteigen lassen.

 





1.FC Kaiserslautern
Vereinsname: 1.FC Kaiserslautern
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Als erstes Eigenschaftswort fällt einem hierzu „brachial“ ein. Was nichts Verkehrtes wäre, solange nicht alles andere dabei auf der Strecke bleibt. Für das erzeugte Monogramm spricht indes nicht gerade viel. Außer zwischen „C“ und „K“ konnte keine nennenswerte graphische Verbindung erwirkt werden. Den Punkt bei der „1“ zu unterschlagen, ist mehr als nur ein Schnitzer. Auch ruht das Gebilde keineswegs in sich, sondern strebt deutlich in Richtung 7-8 Uhr. Eigentlich müßte das ästhetische Empfinden es verbieten, diese Unausgewogenheit so stehen zu lassen. Daß eine Außenlinie fehlt, ist angesichts der allgemeinen Grobheit und des fast bis zum Rand reichenden Inhalts in Ordnung bzw. ratsam (das feinere vorherige Wappen hatte ja noch eine Außenlinie). Vielmehr stellt sich die Frage, ob vielleicht die Buchstaben einen Rahmen benötigen, damit man deren gewaltig breiten Striche nicht schon für weiße Felder hält. Zumal ihnen ja auch kein biß­chen Individualität geschenkt wurde, obwohl die Ausstrahlung dadurch soviel gewänne (wie das Vergleichsbeispiel 1.FC Lichtenfels beweist).

 





Viktoria Köln
Vereinsname: FC Viktoria Köln 1904
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß-Rot


Entgegen dem ersten Eindruck ist dies kein handelsübliches rundes Wappen mit Schriftring, denn das große „V“ beschränkt seinen Aufenthalt ja nicht auf das Innere. Man könnte sagen, eine weiße Fläche wird mit einer abstrakten Darstellung sowie Schrift belegt. Zum einen deswegen, zum Zweiten durch den Kontakt des „V“ mit der Außen­linie, und zum Dritten dank der Stärke selbiger, wirkt die nach außen zunehmende Helligkeit hier nicht auflösend. Als Kehrseite sieht dieses Wappen aber auch nicht unbedingt fußballtypisch aus. Sehr gut wurden die drei Vereinsfarben zugewiesen und miteinander verwoben: Schwarz-weiße, schwarz-rote und rot-weiße Abschnitte wechseln sich ab, ohne einem davon flächenmäßig oder von der Aussage her entscheidenden Vorrang zu geben. Daß das rote „V“ nicht vollends integriert erscheint, liegt an der ungewohnten Struktur, nicht an der Farbgebung. Ein wirklich störender Schwachpunkt ist die Jahreszahl. Nicht nur daß sie nicht als Blickfang ganz oben stehen dürfte. Solange das im Vereinsnamen wichtigere „FC“ fehlt, muß sie ebenfalls aus dem Wappen fernbleiben! Man könnte die Zahl an jener Stelle auch nicht durch „FC“ ersetzen, da „FC“ und „Viktoria“ eine engere inhaltliche Logik verbindet als „Viktoria“ und „Köln“. Womit sich der Gesamtentwurf erledigt hat. Neben der in der Krümmung wild aussehenden Buchstabenfolge „VIKT...“ sollte so etwas im Entstehungsprozeß Anlaß genug sein, die Gestaltungsidee zu verwerfen. Mit den Materialien ließen sich doch reihenweise saubere Wappen kreieren.

 





1.FC Magdeburg
Vereinsname: 1.FC Magdeburg
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Da sich ein Fußballverein über Vereinsname, Vereinsfarben und Vereinswappen präsentiert, soll das Wappen folglich etwas mehr bieten als nur Hinweise auf Name und Farben. Davon ist hier nichts zu sehen. Sicherlich, auch das Wappen des 1.FC Magde­burg löst bei den eigenen Leuten Gefühle aus und hat einen gewissen Individualitäts­faktor. Aber wenn dazu schon „nichts“ reicht, dürfte das eh auf alle Wappen zutreffen. Bereits der Entwerfer hätte das Papier eigentlich zerknüllen müssen, als er mit dem Trennstrich oben haarscharf am Stamm des „F“ vorbeischrammte, und unten eine Position neben der natürlichen Wortfuge herauskam. Mehr gibt es über dieses Wappen vor lauter Leere nicht zu sagen.

 





Waldhof Mannheim
Vereinsname: SV Waldhof Mannheim 07
Vereinsfarben: Schwarz-Blau


Ein Wappen, das zur Hälfte aus Außenlinien besteht - auch sowas gibt es. In den 70er-80er Jahren war das mal angesagt (bekanntes Beispiel ist Schalke 04), jetzt wirkt ein Wappen damit überholungsbedürftig. Fragt sich allerdings, ob dieses Wappen überhaupt zu retten ist. Denn leider wirkt auch die Gestaltung der beiden Buchstaben „SV“ stilistisch angestaubt. Daß sie den meisten Platz erhalten haben, läßt sich mit der früheren und intern weiterhin üblichen Benennung „SV Waldhof“ erklären. Dem heutigen Außenstehenden fehlt aber das Hintergrundwissen, wieso sich „SV“ als einzige speziell geformte Zeichen fast monogrammartig vom Rest des Wappeninhalts abgrenzen. Dabei wäre das „07“ doch durchaus geeignet, den angefangenen Weg wenigstens konsequent fortzusetzen. „Waldhof“ ist als Wort schon ein bißchen lang, um es auf einem Band durch diese Wappenform zu ziehen. Über ihm ergeben sich Leerflächen, die in keinem Verhältnis zur sonstigen engen Bestückung stehen. Alles erscheint so hölzern, als ob die hohe Raute vielleicht vorausgesetzt war, ohne auch schon die mögliche Befüllung im Kopf gehabt zu haben. Größter Mißstand ist die Suggerierung von Blau-Weiß als Vereinsfarben. Fazit: Mit einem unabhängigen Neuentwurf könnte ganz sicher ein besseres Ergebnis erzielt werden.

 





SV Meppen
Vereinsname: SV Meppen
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Ein monumentales Wappen, schon fast wie ein Bauwerk. Die achteckige Form ist sehr zu begrüßen, auch wenn sich das Konstrukt mit drei verschiedenen Kantenlängen nicht leicht erschließen läßt. Daß die „Seitenfächer“ übervoll und mithin auch zu hell wirken, spricht eigentlich gegen die hohe Ausrichtung der Wappenform, möglicherweise wäre der gelungene Effekt sonst aber zu wenig gegeben. Im Mittelteil gefällt am besten die Unterbringung der Jahreszahl in Zusammenspiel mit „M“ und „V“. Die Verwebung der Buchstaben erfolgt dagegen zu ungehobelt. Sie liegen bis zu dreilagig übereinander, ohne so recht in die Kontakte zu kommen. Das unglaublich große „M“ läßt an seinen vier Ecken Anpassungen an die Umgebung vermissen. Vielleicht sollte mal probiert werden, das „M“ auf ungefähr halbe Höhe abzusenken. Darüber könnten sich bequem erst das „V“ und dann das „S“ niederlassen, was ja auch mehr als jetzt dem Vereinsnamen entspräche. Die Spitze bei der Jahreszahl käme dann halt vom „M“. Außerdem müßte die Dicke der Außenlinie an diejenige der benachbarten weißen Linie angeglichen werden. Kurzum, ein schönes Wappen wartet auf den Feinschliff.

 





1860 München
Vereinsname: TSV München 1860
Vereinsfarben: Blau-Weiß (Gesamtverein: Grün-Gelb)


Kästen mit abgeschrägten Ecken geben wunderbare Wappenformen ab. Viel zu selten bekommt der geneigte Beobachter so etwas zu Gesicht. Dabei ist das Vorzeigebeispiel von 1860 doch weithin bekannt. Den Löwen erkor man einst aus freien Stücken zum Wappenbild, vermutlich in Anlehnung an die Münchner Brauerei Löwenbräu. Kein Löwe in irgend einem Wappen wurde je so großartig gezeichnet wie dieser - er verkörpert das unerreichbare Ideal! Herrlich anzuschauen ist auch die Paßgenauigkeit zwischen ihm und der Wappenform. Die Reduzierung des Vereinsnamens auf „1860“ wirkt sehr selbst­bewußt. Gemessen an Löwe und Form läuft der Text aber etwas zu schmal. Vielleicht wäre es eine gute Idee, ihn zu strecken, indem zwischen die einzelnen Zahlen jeweils auf mittlerer Höhe ein Punkt gesetzt wird. Insgesamt bilden die drei Komponenten ein beeindruckend „großes“, gewaltiges Wappen! Der Schönheitsfehler liegt natürlich in den Farben. Zur weiß-schwarzen Darstellung griff man offensichtlich deshalb, um für den farblich uneinheitlichen Verein dennoch ein gemeinsames Wappen unterhalten zu können. Schwarz auf Weiß ist nun auch wirklich so neutral wie nur möglich. Trotzdem muß der Betrachter hier auf Vereinsfarben Schwarz-Weiß schließen. Selbst wenn ihm die hauseigenen Farbprobleme bekannt wären, könnten diese beim Umgang mit dem Wappen keine Rolle spielen. Sagen wir es so: 1860 hat das Beste aus der Zwickmühle gemacht, gutzuheißen sind solche Zustände aber nicht.

 





Preußen Münster
Vereinsname: SC Preußen 06 Münster
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß-Grün


Und schon wieder ein Wappen, das keines ist, weil eine Form fehlt. Selbst als die vorherige - ebenfalls lose stehende - Adlerfigur gegen diese ausgetauscht wurde, verpeilten die Verantwortlichen die Gunst der Stunde, so daß man nun mit den gleichen Problemen fortlebt. Auf den Trikots sind dagegen immer mal wieder Schild- oder auch Kreisformen zu sehen; s. hier. Der Adler als Übertragung des Vereinsnamens gibt natürlich ein hervorragendes Wappenbild ab. Er ist schon sehr schön gezeichnet (wie nicht zuletzt der Vergleich mit Eintracht Frankfurt erhellt). Leider kommt man nie dazu, ihn richtig zu betrachten, da nicht nur das Fehlen der Form extrem stört, sondern auch die ständige darin begründete viel zu große Abbildung erschlagend wirkt. Bei einer genaueren Beschau könnte man die Reihen mit den kleinen Federn für völlig entbehrlich halten. Drei Krallen sind ein Unding, Adler müssen in der Heraldik wie in der Natur vier haben. Brustschild und „P“ vertragen sich überhaupt nicht, wobei der Buchstabe sowieso eine schmuckvollere Gestaltung bräuchte. Daß der Adler eine der Vereinsfarben außen vorläßt, ist ansich nicht verwerflich, denn Schwarz-Weiß kann als neutral gelten. Trotzdem fällt in schwarz-weiß-grüner Umgebung ein Ungleichgewicht auf. Es wäre daher zu empfehlen, im Brustschild sowie im noch zu ziehenden Rand auch Grün mit unterzubringen.

 





Hansa Rostock
Vereinsname: FC Hansa Rostock
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Man wird wahrscheinlich niemanden finden, dem dieses Wappen nicht gefällt. Die Kogge ist wirklich ungemein ästhetisch gezeichnet, sowohl für sich als auch in Bezug zur Kreisform. Darüber hinaus paßt das Motiv natürlich perfekt zum Vereinsnamen und zur Herkunft. Und doch gibt es auch hier etwas zu beanstanden. Alles ist zu klein und licht, zu locker (Segelbefestigung) und meist in blassen Farben gemalt. Es gab in der Vereinsgeschichte offenbar schon wesentlich forschere Ausführungen, s. hier. Damals erinnerte der Mast mit dem Ausguck auch nicht so sehr an einen Fernsehturm. Auf den Greifen aus dem Stadtwappen sollte verzichtet werden, denn zwei verschiedene lokale/regionale Figuren sind für ein Fußball-Vereinswappen zuviel des Guten. Außerdem bedingt das aufgeblähte Segel - zumindest im Geist - eine unerwünschte räumliche Darstellung. Blau-weiße Streifen wären da geeigneter und zulässig. Das Hauptproblem ist allerdings die Aufführung des Vereinsnamens entgegen den Vereinsfarben im rot-weißen Bereich. All diese Schwächen könnten behoben werden, indem das Segel ein bißchen nach oben, rechts und links vergrößert würde, und das „FC Hansa“ anstelle des Greifen auf das Segel umzöge, wobei der Rumpf dafür dann Strukturierung erhielte. Eine andere Möglichkeit wäre es, die Vereinsfarben auf Blau-Weiß-Rot zu ändern (was die Fans mit ihren Fahnen sogar vielfach in die Tat umsetzen). In diesem Fall könnte der Name durchaus in Rot-Weiß erscheinen, da die blaue Umrandung einen schlüssigen Ausgleich herstellen würde; blau-weiße Streifen am Segel gingen dann jedoch nicht. Oder man schreibt „FC Hansa“ auf das Segel, und auf den Rumpf „Rostock“.

 





KFC Uerdingen
Vereinsname: Krefelder FC Uerdingen 05
Vereinsfarben: Blau-Rot


Nach der Loslösung vom Bayer-Konzern reaktivierte der Klub die Schildform, die er einst zum Einstieg von Bayer eingeführt und in den ersten Jahrzehnten als Wappen verwendet hatte. Mit der einseitigen Kerbe ist sie zweifellos ein schöner, aparter Hingucker. Das war es aber auch schon an positiven Aspekten. Allein die Farbgebung tut den Vereinsfarben großes Unrecht. Für die Bevorzugung des Rot gibt es keinen Grund. Warum die Streifen auf halber Höhe aufhören, warum sie unterschiedlich dick sind, warum auch unten der Vereinsname durchgängig genau auf dem roten Bereich stehen muß, warum die untere Hälfte überhaupt gestreift statt nur Blau ist - es entbehrt jeglicher Logik. Von Hellblau ist bei den Vereinsfarben keine Rede. Zwei Außenlinien in dieser massiven Breite kosten zuviel Platz. Die Schriftart scheint wahllos aus dem Computer herausgefischt worden zu sein, wirkt zu modern und steht gerade dem „KFC“ schlecht. Jenes „KFC“ findet zu den Seiten keinen Halt und liegt mit der Biegung der Wappenoberkante im Klinsch. So winzig wie die anderen Namensteile darf in Wappen natürlich nichts geschrieben werden. Für „Uerdingen“ wurden sogar trotz Vorkommens einer Unterlänge („g“) ungeschickt Kleinbuchstaben gewählt, und das „05“ ist auffällig hochgezogen. Eigentlich sind diese beiden alten Namensbestandteile gegenüber dem noch recht neuen „KFC“ nicht so unbedeutend. Schwarz-weiß gefelderte Bälle sehen unheraldisch, untraditionell und amateurhaft aus. Alle vorhandenen Elemente wurden ohne Bezugnahme auf die Wappen­form einfach nur turmartig gestapelt. Mit ihnen ist wahrscheinlich auch keine gute Aus­gestaltung dieses Schildes möglich. Daher müßte es wohl oder übel der Lösungs­ansatz sein, die Wappenform zu ändern.

 





SpVgg Unterhaching
Vereinsname: SpVgg Unterhaching
Vereinsfarben: Rot-Blau

Hier begegnet uns eine ansehnliche Schildform, die nur ganz unten etwas dezidierter gezeichnet sein könnte, entweder steiler zulaufend oder ganz rund. Grau ist für die Außenlinie in Ordnung, denn Rot oder Blau kann ja schlecht der Vortritt gelassen werden, und Farbwechsel auf der Außenlinie mindern die Geschlossenheitswirkung. Während der Wappenentwicklung hätte man es ruhig so deichseln können, daß der Trennstrich im Knick ankommt. Durch den weißen Puffer zwischen den Feldern bekundet der Klub, er halte seine eigenen Vereinsfarben für miteinander unverträglich! Einen engeren Zusammenhang zwischen „Unterhaching“ und „1925“ herzustellen, ist logisch falsch. Den Bob als liebenswürdige Skurrilität möchte niemand missen, jedoch wirkt er wie der Ball in Schwarz-Weiß als Fremdkörper. Ein kleinteilig aufgebautes Wappen kann funktionieren, aber nur wenn die Teile sich ergänzen, und das Auge geleitet wird. Hier kämpft indessen jeder gegen jeden, Text gegen Bilder, die Textzeilen gegeneinander, die Bilder gegeneinander, das rote gegen das blaue Feld. Ein Blickfang könnte eingerichtet werden, indem das „Spielvereinigung“ vergrößert als „SpVgg“ geschrieben wird. Würde man die Farben geviertelt statt schräg gespalten darstellen, stünde dieses Kürzel mit beiden in Bezug. Der Ortsname könnte ohne Jahreszahl evtl. im leichten Bogen verlaufen. Und unter Zuhilfenahme von Grau und Weiß sollte in die Mitte ein Bild gesetzt werden, das aus - historisch anmutendem - Ball und Bob besteht.

 






Würzburger Kickers
Vereinsname: FC Würzburger Kickers
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Mit diesem Erfolgsmodell des Wappenaufbaus fährt man immer gut (wir kennen es auch von FK Pirmasens und Viktoria Aschaffenburg her). Formen, Raumnutzung, Hell-Dunkel-Balance, Erfaßbarkeit und Blickführung vereinen sich auf bestmögliche Weise. Dennoch ist hier Manches nicht gut gelöst. Die Unparallelität des weißen Felds an den Rändern sorgt ohne jeden Vorteil nur für Unruhe. Selbstverständlich sollte dort in der Dicke der Außenlinie lediglich eine weiße Linie entlanglaufen. Der Ball ist etwas zu groß geraten, gleichzeitig aber mit zu feinem Strich gezeichnet. Die Buchstaben gehen den Bogen leider nicht so schön mit, wie sie es könnten. Ihre Oberkanten sollten doch wohl parallel zum Feldrand verlaufen. Beim „W“ dürfte die Mittelspitze ein wenig ins Eck vorstoßen, beim „K“ müßte das rechte Bein weiter herunterreichen als das linke. Es kann aufgrund der Anordnung auch nicht sein, daß die Füße von „F“ und „K“ in die selbe Richtung geformt sind. Die durchlaufende Kette erscheint entbehrlich. Bleibt noch die Frage, was da überhaupt für ein Text steht. Mit den Kürzeln anderer Vereine hat dieses nichts gemein. Für den sprachlich genauso aufgebauten SV Stuttgarter Kickers wird als Kürzel „SVK“ verwendet. Entsprechend müßte es hier „FCK“ heißen; „FCWK“ wäre auch noch nachvollziehbar. „FWK“ jedoch hat mit unserer Fußballkultur so viel zu tun wie „XYZ“. Damit wird dieses Wappen trotz seiner tollen Grundausstattung letztlich unbrauchbar.

 





FSV Zwickau
Vereinsname: FSV Zwickau
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Welch phantastische Schildform ist das bitte! Vielleicht die großartigste, die jemals auf diesem Gebiet entstand! Dabei enthält sie einen üblen handwerklichen Fehler, denn der rechte „Ärmel“ reicht deutlich weiter nach unten als der linke. Im Zuge einer Reparatur könnte dasjenige Feld mit der doch etwas niedergedrückten Schrift erhöht werden. Andererseits erscheint die jetzige Raumeinteilung aber vollauf perfekt. Die aufsteigende Richtung des Vereinsnamens vermittelt Energie. Sicherlich wurde es schon erprobt und verworfen, das „Zwickau“ auf die selbe Länge wie „FSV“ zu ziehen. Anmerkung: Bei „FSV“ ist die Schrift an den Serifen inzwischen noch geringfügig verbessert worden; ein aktuelles Bild davon liefert das Netz noch nicht. Mögen simple Muster in Wappen oft eine Verlegenheitslösung darstellen, wird dieses hier im unteren Feld echt beeindruckend und gekonnt eingesetzt. Nur verwundert die weiße Innenlinie. Diese könnte als Vorsichtigkeit und „Überdesignung“ ausgelegt werden. Besser die Außenlinie etwas verstärken, alle roten Streifen bis unten durchziehen, und die Streifenbreite so berechnen, daß jeweils Rot am Rand liegt. Nun zum ebenso aufregenden oberen Feld. Die drei Schwäne entstammen dem Stadtwappen, wo sie jedoch auf roter Fläche gehend unterwegs sind. Obwohl die Farbe Rot für den FSV ja zu gebrauchen wäre, hat der Gestalter hier eine andere Szene arrangiert. Das Blau/Hellblau schadet überhaupt nicht, da es von den Vereinsfarben Rot und Weiß, die eindeutig in engerem Zusammenhang miteinander erscheinen, auf Distanz gehalten wird. Lehrbuchhaft gelöst! Wenn dann noch der dämliche, wie Müll auf dem Gewässer treibende Ball entfernt würde, um stattdessen die Schwäne liebevoller auszuarbeiten, könnte der Betrachter diesen Höhepunkt der Wappenkunst noch mehr genießen.