Zweitligisten









Erzgebirge Aue

Vereinsname: FC Erzgebirge Aue
Vereinsfarben: Lila-Weiß


Zu Zeiten als Wismut Aue hatte der Klub ein wunderbares Wappen, das nur hätte angepaßt werden brauchen. Doch man wollte unbedingt ein neues. In Anbetracht des historischen Hintergrunds als Flaggschiff der Bergbauorganisation Wismut, und gemessen am jetzigen Vereinsnamen, ist das Auer Stadtwappen als Wappenbild sicherlich ungeeignet. Besser könnte man sich „Schlägel und Eisen“ oder Umrisse von Nadelbäumen auf einem Hügel vorstellen. Das Blau beißt sich natürlich auch mit dem Lila. Bei der Beschriftung verliert sich das „Aue“ auf viel zu weitem Feld. Per Farbgebung wird eindeutig suggeriert, die Vereinsfarben seien Lila-Gelb. Schließlich überzeugt auch die Schildform nicht, da zu ungenau gegliedert und oberlastig. Der Gesamteindruck läßt eher an andere Lebensbereiche denken, kaum an Fußball. Seltsam, daß bei diesem Klub ein Vorstoß von Vereinsvertretern (!), sich dem alten Wappen wieder anzunähern (s. hier), von den Fans abgelehnt wird, die ihrerseits nach wie vor Wismut Aue hoch­halten. Also ehrlich, Umkehr wäre hier zweifellos der richtige Weg.

 





Arminia Bielefeld
Vereinsname: DSC Arminia Bielefeld
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß-Blau


Charismatischer und auch ergreifender geht es nicht! Die Dreiecksfahne, die genau so übrigens auch bei einem sudetendeutschen Verein vorkam, ist ein Volltreffer! Dafür seien auch die immanenten Leerflächen drumherum verziehen. Für die Färbung des „A“ sowie der Ränder des weißen Fahnenabschnitts gibt es keine bessere Lösung als die gefundene. Den Mast könnte man jedoch ohne Einbuße ganz gerade aufstellen. Allein genommen würde dieses Wappenbild wegen der besagten Leerflächen einen recht unausgeglichenen Gesamteindruck machen. Gut, daß die Fahne im Gegensatz zu ihren umfangreicher beschrifteten Artgenossen eine Verkleinerung leicht verträgt, um mit dem hervorragend dazu passenden Lorbeerkranz kombiniert zu werden. Nur leider fehlt nun eine Außenlinie. Zur Not täte es ein weiterer schwarzer Kreis. Damit dann nicht zu offensichtlich zwei weiße Felder nebeneinander entstehen, könnten die Blätter ausgemalt und vor allem enger gepreßt werden. Bei einem Ring mit blauer, schwarzer oder schwarz-blauer Grundfarbe hätte man schnell das Problem, zwei der drei Vereinsfarben in näheren Zusammenhang miteinander zu bringen. Andernfalls wäre wie auf einem gefundenen Aufnäher ein innen laufender Kranz überlegenswert. Hauptsache, diese Schönheit kommt endlich aus dem Baustellenmodus raus und in eine kompakte Form hinein.

 





VfL Bochum
Vereinsname: VfL Bochum 1848 (exakt: VfL Bochum 1848 FG)
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Kein Wappen wird von Amateurvereinen so oft abgekupfert wie dieses. In der Tat blicken wir hier auf einen gelungenen und sehr markanten Entwurf. Das „VfL“ zieht schön seine Bahn entlang, doch könnte das „f“ ein Tickchen kleiner ausfallen und den Querstrich etwas tiefer tragen. Auch die Austariertheit des restlichen Textes im entsprechenden Raum zeigt, daß das Wappen sorgsam genau für diesen Verein angelegt worden ist. „Bochum“ und „1848“ sind dort zwar gegenüber „VfL“ in einen deutlich engeren Zusammenhang miteinander gestellt, werden vom Betrachter aber dennoch mit „VfL“ vorweg in einem Zuge gelesen. Zeitweise befand sich im weißen Feld zusätzlich noch ein Ball, der allerdings für zuviel Getümmel sorgte und auch nicht so gut zu dem allgemeinen Vereinsnamen paßte. Somit entdeckt man hier fast nichts, was in einer Bewertung einen Punktabzug rechtfertigen würde. Höchstens die Überlegung, daß dieses Wappen bei einem Verein ohne Weiß in den Vereinsfarben noch stärker aussähe, da sich die Schildform dann kompletter ausdrücken würde.

 





Darmstadt 98
Vereinsname: SV Darmstadt 1898
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Eine Blume als Wappenbild ist für einen Fußballverein unstrittig zu harmlos. Und doch kann diese Lilie mit Schönheit, Stolz und irgendwie auch wehrhafter Erscheinung überzeugen. Da sie nur einen Teil des Darmstädter Stadtwappens bildet, erfolgte auch keine Eins-zu-Eins-Übernahme ohne kulturellen Zusatzwert. Der Schriftring wirkt allerdings zu gezwungen. Insbesondere tritt das ausgeschriebene und oben thronende „Sportverein“ unangemessen hervor. Es wird die Frage aufgeworfen, weshalb die anderen aufgeführten Namensteile so viel engeren Bezug zueinander haben sollten. Bei der ausgesuchten Schriftart wollen die Zahlen nicht so recht mit den Buchstaben harmonieren. Und die raumtrennenden Karos sind so knapp über der Mittelachse leider an ganz ungünstigen Stellen gelandet. Jeweils drei Karos würden hier bestimmt schonmal besser aussehen. Zudem muß man mit der ultradünnen zweiten Außenlinie hadern, wie sie wohl gerade modern zu sein scheint und auch hier erst vor Kurzem ergänzt wurde. In der standardmäßigen Wappendarstellung auf weißem Grund ist sie völlig sinnlos, auf blau-weiß wechselndem Grund wäre das Wappen auch noch genügend umrandet, höchstens auf Blau entfaltet sie einen Zweck. Dafür würde es jedoch reichen, in der Datei einen rein weißen Ring vorzuhalten. Warum tut sich der Klub mit der Um­rahmung der feststehenden Lilie seit Jahrzehnten nur so schwer?

 





Dynamo Dresden
Vereinsname: SG Dynamo Dresden
Vereinsfarben: Schwarz-Gelb


Ausgeschriebener Ortsname, während der Rest des Vereinsnamens nur angedeutet ist, das muß stutzig machen. In der DDR enthielten die Wappen aller Stasi-Klubs ein weinrotes abgerundetes Dreieck mit dem „D“ darin. Bei der Wappengestaltung wurde also die allgemeine Bekanntheit dieses Erkennungszeichens vorausgesetzt. Jeder wußte, daß ein solcher Klub „Dynamo“ hieß. Wegen der immer ähnlichen Gestaltung war es umso notwendiger, den Ort genau zu benennen (vgl. Dynamo Schwerin). Das Wappen von Dynamo Dresden ist in jenen Zuständen haften geblieben. Wie der Vereinsname lebt es weiterhin in einer Gedankenwelt, in der die Stasi unverändert ihre Macht ausübt. Das Wappen geht von der Existenz einer Vielzahl gleichgeschalteter Klubs aus, deren übergreifende Symbolik niemandem erklärt zu werden braucht. Somit startet es unter anderen Voraussetzungen. Dieses Wappen kann deshalb nicht gemeinsam mit den­jenigen der normalen Fußballvereine besprochen werden.

 





SpVgg Greuther Fürth
Vereinsname: SpVgg Greuther Fürth
Vereinsfarben: Grün-Weiß


Diese Abbildung hat mit deutschen Fußball-Vereinswappen nichts zu tun. Deshalb kann sie hier nicht besprochen werden.

 





Hamburger SV
Vereinsname: Hamburger SV (als Verein)
                    HSV (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Blau-Weiß-Schwarz (findet jedoch keine offizielle Anwendung, da für
                     jeden Zweck das Wappen mit ggflls. beliebig erweiterter blauer Fläche  
                     eingesetzt wird)
                     Schwarz-Weiß-Blau (von den Fans bevorzugt)


Dieses abstrakte Zeichen hat mit deutschen Fußball-Vereinswappen nichts zu tun. Deshalb kann es hier nicht besprochen werden.

 





Hannover 96
Vereinsname: Hannoverscher SV 1896 (als Verein)
                    Hannover 96 (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß-Grün


Jeder stimmt wohl zu, daß bei diesem Verein die ausstrahlungsstarke Zahl ohne Beiwerk groß ins Wappen gehört. Damit ist die erste Aufgabe erfolgreich erledigt. Aber die Umsetzung könnte schlechter kaum geschehen sein. Ziehen wir zum Vergleich mal ein ehemals geführtes Wappen heran. Was war das für ein Überhammer, mit schneidig-sportlichem Schnitt, seltener Kastenform (die keine Außenlinie braucht) und großartigem Farbeinsatz. Das Kunstwerk hätte als einziges Wappen überhaupt 11 von 10 Punkten gekriegt, weil andere Schriftzeichen oder Wappenbilder den Zauber des Zahlenpaars nicht erreichen können. Wieso rückte man davon bloß ab? Nun soll es eine schwerfällig-klobige „96“ richten. Mit kindlich andersfarbig ausgemalten Innenflächen der Kringel, bei dennoch viel zu dunkler Gesamterscheinung. Das Zahlenpaar quillt heraus wie ein Kuckuck aus dem Nest. An Tradition oder überhaupt an Vereinswappen erinnert nichts mehr, und das will bei der Darstellung einer alten Jahreszahl schon was heißen. Nichtmal eine Wappenform ist mehr vorhanden, denn die beiden Ausbuchtungen werden ja erst durch den Inhalt hervorgerufen. Welch unnötiges Trauerspiel. Immerhin verwenden die hannoverschen Ultras das Zahlenpaar im alten Stil, machen aber auch keine Anstalten, für die Wiedereinführung als offizielles Wappen zu streiten.

 





1.FC Heidenheim
Vereinsname: 1.FC Heidenheim 1846
Vereinsfarben: Blau-Rot-Weiß (offiziell)
                      Blau-Rot (faktisch überwiegend)


Überflüssigerweise ist hier zweimal schmucklos der Vereinsname aufgeführt. Dabei wurde unten das „1.“ vergessen. Oben wird der Name einfach nur vermittelt, was jedoch nicht die Aufgabe von Wappen sein kann, weil es dafür ja die reine Textform gäbe. Das alles geschieht zum einen in Blau-Weiß, zum anderen in Rot-Weiß, als handele es sich um zwei verschiedene Vereine! Der explizit dunkle Blauton ist nicht von den Vereins­farben gedeckt. Außerdem wirken die Schriftarten zu modern. Sowohl die rätselhafte graphische Spielerei an der roten Fläche als auch die minimale Biegung der Wappen­oberkante mitsamt des Schriftzugs sind zu zaghaft ausgeführt. Ein Wappen soll klare Konturen haben. Mit den Farben Blau und Rot kann es tatsächlich Schwierigkeiten bei der Einfärbung der Außenlinie geben, weshalb das unübliche Grau als Lösung akzeptabel erscheint. Dieses ist hier dennoch unnötig, da am Rand ausschließlich Blau liegt, welches durch Rot umgrenzt werden könnte (evtl. mit weißer Zwischenlage). Insgesamt merkt man dem Wappen an, daß der Verein bei seiner Entstehung 2007 auf die Schnelle eines brauchte. Wie auch der Vereinsname zeigt, fehlt es allerdings leider an jeglichem Verständnis für unsere Fußballkultur.

 





Karlsruher SC
Vereinsname: Karlsruher SC (exakt: Karlsruher SC Mühlburg-Phönix)
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Mit einem flüchtigen Blick läßt sich hier sofort alles erfassen. Genauere Betrachtungen sind auch gar nicht empfehlenswert, denn dann würde man feststellen, daß die drei Buchstaben zusammen ein komisches Geriffel bilden und sich vom Stil her absolut nichts zu sagen haben. Doch aus einiger Ferne werden sie zum Meisterwerk. Stark, wie sie mit gleichen Abständen zu allen vier Seiten den konträr geformten Raum nutzen. Die aufsteigende Tendenz setzt Energie frei. In der direkten Zusammenschau mit anderen Wappen reißt dieses stets viel Aufmerksamkeit an sich. Verbesserungspotential hat der Entwurf nicht mehr. Jeder Versuch, vielleicht die Schlichtheit aufzupeppen, endet mit einem unsäglichen Ergebnis. Aus dem Umstand, daß dieses Wappen meist in einem recht dunklen Blauton erscheint, könnte man aber doch eine Idee ableiten: Wenn der Klub die Vereinsfarben auf richtiges Dunkelblau und Weiß änderte, hätte dies atem­beraubende Folgen für das Wappen (s. hier).

 





Holstein Kiel
Vereinsname: Kieler SV Holstein 1900
Vereinsfarben: Blau-Weiß-Rot


Was für ein Wust an Buchstaben, mit dem der Betrachter hier konfrontiert wird. Sie überschlagen sich wie die Seiten eines aufgefächerten Buches. Vier Buchstaben befinden sich kopfüber. Zwischen den Wörtern sind die Lücken erkennbar zu gering. Bei genauerem Hinsehen stehen die Buchstaben auch schief und krumm; man schaue sich z.B. das „V“ ganz oben an. Eine Anpassung der handelsüblichen Schriftart an den Einsatzzweck erfolgte nicht. Und zu alledem ist der Abstand zum inneren Ring noch deutlich größer als zum äußeren. Wie so oft fragt man sich, warum es unbedingt die Kreisform sein mußte. Vom Stadtwappen als kleingehaltenem Wappenbild wird dies nicht gefordert. Angesichts des Vereinsnamens wäre das reine holsteinische Nesselblatt ohne Schiff sinnvoller, auch um für nur diesen Klecks die zusätzliche Farbe Schwarz zu vermeiden. Als Vereinsfarben wird fälschlicherweise Blau-Weiß (oder gar Dunkelblau-Weiß) ausgegeben. Im Gesamteindruck erscheint das Wappen weitaus zu dunkel. Allein durch Weißfärbung der drei Flächen um das Stadtwappen ließe sich schon eine wesentliche Beruhigung und Verbesserung erzielen. Mit diesen Vereinsfarben könnte aber auch leicht etwas viel Schöneres angestellt werden.

 





1.FC Nürnberg
Vereinsname: 1.FC Nürnberg (exakt: 1.FC Nürnberg VfL)
Vereinsfarben: Rot-Weiß (offiziell)
                      Rot-Schwarz (faktisch)


Dieses Wappen bringt bereits von der Farbgebung her heftige Probleme mit sich. Seitdem das Rot 2012 in Richtung Weinrot verdunkelt wurde, bekommen wir hier die mittlerweile vierte Farbkombination des Klubs aufgetischt (neben Rot-Weiß als Vereinsfarben, Rot-Schwarz bei den Fans, Dunkelrot-Schwarz als Spielkleidung). Damit kann keiner zurechtkommen. Wappenform und Inhalt möchten offenbar auch nichts miteinander zu tun haben. Es ergeben sich riesige Freiflächen und höchst unterschied­liche Entfernungen zum Rand. Über den zu dunklen Gesamteindruck als Kollateral­schaden brauchen wir da nicht mehr zu reden. Des weiteren ist unverständlich, warum die denkbar billigste Schriftart gewählt wurde. Hat sich bis Nürnberg nicht herum­gesprochen, daß mittels besonderer Schriftgestaltungen unheimlich viel Eindruck zu erzielen wäre (vgl. 1.FC Lichtenfels)? Nun könnte eingewendet werden, daß trotz allem ein glasklares Markenzeichen geschaffen worden ist, welches doch etwa vom Wappen des Karlsruher SC gar nicht so weit entfernt liegt. Nun, Aufsehen erregen kann man immer auch mit negativen Leistungen. Darunter fällt zum Beispiel, wie bei diesem Wappen geschehen, jede Arbeitsverweigerung!

 





VfL Osnabrück
Vereinsname: VfL 1899 Osnabrück (als Verein)
                    VfL Osnabrück (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Lila-Weiß


Für die Fußballabteilung wurde der Kasten, der eines Tages als „Wappen im Wappen“ in eine Schildform eingepflanzt wurde, wieder befreit. Nur leider ist im Vergleich zu früher der Rand abhanden gekommen. Von dem, was wir hier sehen, würden auf lilanem Grund eigentlich bloß die Buchstaben übrigbleiben. Wie man sich denken kann, wird in solchen Fällen dann aber doch ein Rand herbeigezaubert. Des weiteren gibt es nebenher tatsächlich auch Ausführungen mit Außenlinie, z.B. bei dieser Fahne. Prinzipiell gehört der Osna­brücker Kasten zu den stärksten Wappen überhaupt. Markanter und präsenter geht es nicht! Mit diesen drei recht selbständigen und doch aufeinander angewiesenen Feldern hat das Wappen gar keine näheren Verwandten, weil es offenbar eine Punkt­landung darstellt, und schon mit geringen Abweichungen nicht mehr funktionieren würde. Gleichzeitig besteht es den „Schülertest“ (ob es einfach genug ist, um auf die Schulbank gekritzelt werden zu können) gut wie kaum ein anderes. Nebenbei bemerkt handelt es sich um das bedeutendste Wappen Deutschlands mit Asymmetrie im vertikalen Schnitt trotz korrekt-regelmäßiger Form. Was man kritisieren könnte, wäre bei einem schreibungs­sensiblen Vereinsnamen wie diesem die Großschreibung des „f“. Daran anknüpfend kommt die Überlegung auf, ob Vereine namens VfB, VfR, VfV oder mit ganz anderen Namen dieses Wappen vielleicht noch besser befüllen würden, oder ob evtl. mehr Formenkontrast durch kurvigere Schrift von Vorteil wäre. Schaut man sich das Wappen so an, tendiert man zu Nein. Bei einer Bewertung müßte man lupenreine 10 von 10 Punkten vergeben, ohne Rand allerdings natürlich 0.  

 





Jahn Regensburg
Vereinsname: SSV Jahn Regensburg
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Als Text für das Wappen die Inititalen von „Wortname“ und Ortsname zusammen­zustellen, ist ein gängiges Verfahren. Wir haben das nur deshalb nicht auf dem Schirm, da sich im Spitzenfußball außer Jahn Regensburg heute kein anderer Klub in dieser Praxis versucht. Im Ergebnis sorgt hier ein markantes Monogramm für ein unverwechsel­bares Wappen. Richtige Begeisterung vermag die allzu schlichte Ausführung aber noch lange nicht hervorzurufen. Das „J“ zieht sich ermüdend fast endlos in der klassisch-langweiligen Schildform entlang, nichtmal mit einem Querstrich gespickt. Und das „R“ steht da bis auf die kleinen Zuschnitte an den Füßen nicht anders herum als sonstwo. Möglichkeiten für mehr Pfeffer gäbe es zuhauf. Aufregendere Schildform, teilweise Farbumkehr (diagonal gespalten, geviertelt), Arbeiten mit neutralem Schwarz, das wären mal einige Gedanken.

 





SV Sandhausen
Vereinsname: SV Sandhausen 1916
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß


Manch einer mag die Wappenform für zu niedlich und/oder wackelig halten. Schön erfrischend ist sie aber auf jeden Fall. Die Farbumkehr mit der dunkleren Farbe unten kann man entschuldigen; sie ergab wohl den günstigeren Gesamteindruck. Der Ortsname ist für die Schreibung außerhalb eines Schriftrings eigentlich schon zu lang, wird hier aber durch die extreme Klarheit gerettet. Da er zur Erhaltung der Leserlichkeit schnörkellos geschrieben sein muß, wurde einheitlich auch das „SV“ so gesetzt, für das man sich ansonsten eine exklusivere Gestaltung wünschen würde. An der Jahreszahl stört, daß sie größer als der wichtigere Ortsname erscheint und zu unbefestigt in ihrem großen Raum hängt. Zur Abwechslung würde sich stattdessen eine bildliche Darstellung gut machen. Ein Ball sollte es wegen der divergierenden Krümmung der Wappenform nicht sein, aber vielleicht ein Fußballschuh (Anmerkung: Es handelt sich um einen reinen Fußballverein). Nichtsdestotrotz haben wir hier ein geschmackvolles, sauber erstelltes, weit überdurchschnittliches Wappen vorliegen.

 





FC St. Pauli
Vereinsname: FC St. Pauli
Vereinsfarben: Braun-Weiß


Sich nach dem Stadtteil St. Pauli zu benennen, dann als Wappenbild jedoch die Burg aus dem Hamburger Stadtwappen zu verwenden, welche nicht auf sanktpaulianischem Boden stand, ist absurd. Das Motiv paßt auch keineswegs in eine runde Form, sondern erfordert vielmehr eine höher angelegte. Für den Schriftring steht doch sichtlich sowieso nicht genügend Text zur Verfügung. Obwohl die Oberzeile wegen Streckung schon kaum noch flüssig lesbar ist, ergeben sich immer noch große Freiflächen, in denen die Sterne quasi losgelöst im Raum schweben. Kein Element scheint mit der ihm zugewiesenen Stelle zufrieden zu sein. Der Gesamteindruck kommt zu hell rüber, wobei der dunklere Kern den helleren Mantel gewissermaßen noch abstößt. Derzeit ist das Braun kaum zu identifizieren; in der Wiedergabe findet man es daher als vermeintlichen Fehler sogar öfters zu Schwarz verschlimmbessert. Bei einer anzuratenden Neugestaltung sollte diese im Fußball so außergewöhnliche Farbe unbedingt durch flächigen Einsatz in Szene gesetzt werden.

 





VfB Stuttgart
Vereinsname: VfB Stuttgart 1893
Vereinsfarben: Weiß-Rot


Dieser Verein hat 2014 sein altes Wappen ohne Veränderungen (!) wieder eingesetzt, nachdem es vorübergehend durch eine mittelstark abweichende Variante verdrängt gewesen war. Somit läßt sich der zweifellos sehr schöne Grundentwurf am besten besprechen, indem beide Ausführungen miteinander verglichen werden. Bei der Ent­schlackung des „VfB“-Schriftzugs hätte man sich auf halbem Weg treffen können. Die württembergischen Hirschstangen und die sie umgebende Form sind im jetzigen Wappen ideal angerichtet. „Stuttgart“ würde dann eh nicht mehr über den Zacken passen, aber für die Zahlen wünscht man sich eine wertigere Schriftart und eine bessere Raum­nutzung („1“ und „3“ niedergestellt, mehr Tendenz in die freien Räume). Die Dicke der Außenlinie stimmt nur beim jetzigen Wappen, ihre Farbe hingegen nur beim zwischenzeitlichen Wappen, denn sie muß schwarz sein, damit der „VfB“-Schriftzug am meisten heraussticht, und nicht die Hirschstangen. Kommen wir zum Gesamteindruck. Während die Bestandteile beim zwischen­zeitlichen Wappen trotz erheblicher Mängel zusammen eine Einheit bilden, ist dies beim jetzigen Wappen nicht der Fall. Hier driften die Teile eher voneinander weg, bis sie viel zu nah an der Außenlinie kleben. So ist das Gebilde unruhig und schwer zu erfassen. Es hätten unbedingt die Vorzüge beider Wappen vereint werden müssen. Das jetzige Wappen ist, wenig verwunderlich, akut überholungsbedürftig. Leider ist dem ein Riegel vorgeschoben, indem die Initiatoren der Wiedereinführung mit extrem moralisierender Hetze dafür sorgten, daß dieses Wappen per Satzung festgeschrieben wurde. Ein blindwütiges Traditionsverständnis zum Kopfschütteln!

 





SV Wehen Wiesbaden
Vereinsname: SV Wehen Wiesbaden (als Fußballabteilung)
Vereinsfarben: Schwarz-Rot


Anläßlich der Umbenennung und Umfärbung des Vereins entstand dieses Wappen 2007 als Neuentwurf. Anders als manch andere Wappen konnte es also noch nicht in einem jahrzehntelangen Prozeß nach und nach optimiert werden, was man ihm auch ansieht. Die Gestaltung im Innenteil gefällt, wenn auch „SV“ und „26“ zu schlicht ausgeführt sind. Sofern er wirklich entsprechend gepflegt wird, ist die Hinzunahme des Bronzetons als Ergänzungsfarbe eine tolle Idee. Damit schafft man Eigenheit. Ansonsten zeigt das Wappen jedoch viele Mängel: Der Bereich mit der zentralen Botschaft widerspricht in Rot-Weiß den Vereinsfarben. Schwarz ist in dieser Art gar nicht als Vereinsfarbe wahrnehmbar. Mit dem zwischen Innen- und Außenteil vollkommen getrennten Farbenspiel kann kein geschlossenes Erscheinungsbild erzeugt werden. Der Schriftring bleibt deutlich zu leer. Die Lilien aus dem Wiesbadener Stadtwappen haben als Bilder nichts im Schriftring verloren. Dort oben finden sie auch keinen Halt, drohen abzurutschen. Am schlimmsten ist aber die Ellipsenförmigkeit der Felder bzw. Ränder. Der erhaschte Effekt liegt bei Null. Eher vermutet der Betrachter darin Fehler. In Wappen muß auf jeden Fall mit klareren Konturen gearbeitet werden. Unten im Schriftring entsteht eine inakzeptable Schwammigkeit bezüglich der Abstände. Auf die veränder­lichen Felder oder Linien in Schwarz und Bronze ist dergestalt zu wenig Verlaß, als daß sie Begrenzungen darstellen könnten. Es bedarf daher insbesondere noch einer vernünftigen, gleichmäßigen Außenlinie. Alles in allem lohnt es nicht, auf diesem Wappen aufzubauen.