Erstligisten









FC Augsburg

Vereinsname: FC Augsburg
Vereinsfarben: Rot-Grün-Weiß


Früher bestand das Wappen allein aus dem in der Kopfleiste befindlichen Schriftzug. Dieser bildet jetzt ein „Wappen im Wappen“, erkenntlich daran, daß die Farbtafel und die Unterschiedlichkeit der Buchstabengröße kein bißchen zur Gesamtgestaltung passen. Auch sind die Abstände rechts und links zum Rand zu weit. Die Topfpflanze (Zirbelnuß) vom Augsburger Stadtwappen ist als zentrales Wappenbild lächerlich. Zwischen ihrem Umfang und dem zur Verfügung gestellten Platz stimmen die Verhältnisse überhaupt nicht. Worin der enge Bezug zwischen Topfpflanze und Jahreszahl liegen soll, bleibt unklar. Die Disharmonie zwischen den beiden verwendeten Schriftarten stört ebenfalls. Was jedoch das Allerschlimmste ist: Flächig wird die Farbkombination Rot-Weiß angezeigt, obwohl dies nicht die Vereinsfarben sind! Auch die Darstellung des „FCA“ dürfte nicht in Rot-Weiß erfolgen. Eine weitere Unzulänglichkeit ist das Aneinander­grenzen zweier weißer Felder. Es ergibt sich ein zu heller Gesamteindruck. Die gelb-rot-gelben Linien schafft das Auge kaum scharfzustellen. Am Schild in denkbar einfachster Form und mit verpatztem Übergangsbereich anfangs der Kurven kann man sich auch nicht erfreuen. Während andere schlechte Wappen ihre Fehler oft absichtlich in sich tragen, glaubt das Wappen des FC Augsburg gut zu sein, macht tatsächlich aber alles falsch. Dieses Wappen ist eine Schande für unsere Fußballkultur!

 





Hertha BSC
Vereinsname: Hertha, Berliner SC
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Fahnen als Wappen waren anfangs weit verbreitet unter den Berliner Klubs. Umso zutreffender und erfreulicher ist es, daß Hertha BSC diese Eigenart bis heute verkörpert. Im Vergleich zu den anderen Fahnenmotiven ist dieses sogar ausgesprochen wohl­gestaltet. Die Schrift hat eigenes Charisma. Höchstens könnten der Mast und die Schnur stärker ausgearbeitet sein (wie z.B. bei Hanau 93), damit man keine Schwenkfahne darin erkennt, was nämlich etwas paradox erscheint, wenn man als Hertha-Fan eine Schwenkfahne in der Hand hat, auf der dieses Wappen groß aufgedruckt ist. Bis 2012 war die Fahne von einem schwarzen Kreis und einem völlig überflüssigen Schriftring umgeben. Ähnlich wie beim VfB Stuttgart hetzte eine Fan-Bewegung die Vereinsszene erfolgreich dahingehend auf, daß nur „Fahne pur“ moralisch richtig sei. Seitdem hat man im Grunde gar kein Wappen mehr. Zwischen Tuch und Mast, zwischen Mast und Schnur sowie am Schnurende gibt es jetzt undefinierte Bereiche. Die Fahne wird in der Zusammenschau mit den Wappen anderer Klubs, aber auch auf dem eigenen Trikot, immer viel zu groß dargestellt. Wie unpraktisch und dumm es war, auch den Kreis zu entfernen, belegen unter anderem reumütige Aufkleber mit Hilfskonstruktion. Bei Einbettung in einen Kreis ist es übrigens tatsächlich angezeigt, die komplette Schrift auf dem weißen Streifen unterzubringen, um den hellen Gesamteindruck wenigstens etwas abzudunkeln. Ohne Kreis, also mit beliebiger Umgebung, wirkt die Schrift so eher schlecht verteilt.

 





Werder Bremen
Vereinsname: SV Werder Bremen
Vereinsfarben: Grün-Weiß


Hier sehen wir ein vorbildliches Wappen, das sämtliche Anforderungen tadellos erfüllt! Zwar überrascht es, daß ausgerechnet einer der beiden breitesten Buchstaben mit einer hohen Form kombiniert ist, aber das Ergebnis fällt geschmeidig aus. Indem das „W“ auf halber Strecke gegen alle vier Seiten quasi drückt, hält es sich selbst seinen Raum frei und das Wappen in Spannung. Unter den verschiedenen kursierenden Ausführungen sind jene zu bevorzugen, bei denen der Abstand zwischen „W“ und weißer Linie nicht kleiner ist als zwischen weißer und grüner Linie. Vergleicht man Werders Wappen mit anderen, die ebenfalls nur einen Buchstaben zeigen, z.B. von Borussia Neunkirchen oder den Stuttgarter Kickers, wo noch ein Effekt mehr drin ist, könnte man es vielleicht als zu reduziert ansehen. Doch Ödheit kommt auch hier nicht auf, weil die mögliche völlig symmetrische Gestaltung bewußt vermieden wurde. Nun müßten die Medien nur noch lernen, dieses Wappen in der Zusammenschau mit weiteren Wappen groß genug darzustellen.

 





Borussia Dortmund
Vereinsname: BV Borussia 09 Dortmund (als Verein)
                    Borussia Dortmund (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Schwarz-Gelb              
                                       

Bei diesem Wappen springen die Verbesserungsmöglichkeiten geradezu ins Auge. Statt der Massenware Kreisform würde sich ein aufgeplustertes Viereck (siehe z.B. VfR Aalen oder Würzburger Kickers) viel besser machen. Wie die Schriftzeichen ohne Anflug von Gestaltung nur dahingeklatscht sind, ist schwer zu ertragen. Vier Fünftel davon gehören strenggenommen übrigens gar nicht mehr zum Namen. Angesichts so vieler Schrift­zeichen müßte eigentlich auch mal die Überlegung aufkommen, bereichsweise mit Vertauschung der Farben zu arbeiten. Der schwarze Ring ist zu dünn, und daß die Außenlinie nicht aus dem hellen Gelb bestehen darf, sollte doch eigentlich auch klar sein. Seine Existenzberechtigung speist der Entwurf offenbar aus der weitgehenden Symmetrie. Diese wurde vom Erschaffer als besonderer Clou empfunden. Selbst die „9“ ähnelt möglichst der „0“. Doch der Funke will hier nicht zünden. Im Gegenteil, wenn sich die Schöpfungshöhe auf so niedrigem Niveau bewegt, wird von der Symmetrie eher sogar die Trostlosigkeit und Langeweile noch gefördert. Ärgerlich, daß ausgerechnet solch ein schwaches Wappen unausweichlich in der Öffentlichkeit steht.

 





Eintracht Frankfurt
Vereinsname: Eintracht Frankfurt
Vereinsfarben: Rot-Schwarz-Weiß (offiziell)
                     wahlweise Schwarz-Weiß oder Schwarz-Rot (faktisch)


Den Adler aus dem Stadtwappen zu übernehmen, ihn aber frei neuzugestalten, war ein guter Gedanke. Mittels des Kreises anstatt einer Schildform grenzt man sich von hoheitlichen Wappen ab. Weiteres Lob gibt es hier aber nicht auszuschütten. Der Adler wirkt klein, plump und mit dem lückigen Federkleid flugunfähig. Zwischen Flügeln und Schwanz fallen die Bein-Fuß-Partien zu wenig auf. Die Stengel liegen planlos auf den Flügeln herum. Oben und vor allem unten besteht zuviel Platz zum Rand. Eine andersfarbige Tingierung von Schnabel, Zunge, Beinen, Füßen und Krallen wurde verschenkt. Schild und „E“ sind auch nicht aufeinander abgestimmt. Der massive Ring mit zusätzlicher endgültiger Außenlinie mag vielleicht Wiedererkennungswert haben. Spätestens hier hätte aber mal an die Vereinsfarben gedacht werden müssen. Eintracht Frankfurt ist doch - im Gegensatz zum früheren Derbygegner Kickers Offenbach - nicht rot-weiß! Durch eine Schwarzfärbung des dicken Rings könnte dieses Wappen somit schon stark verbessert werden. Vermutlich unterläßt man dies, weil schwarz, weiß, rot plus Adler in Deutschland diffus als „böse“ gilt. Noch wesentlich geeigneter wäre allerdings ein Wappen, das so ähnlich offenbar früher mal beim Verein in Betrieb war.

 





SC Freiburg
Vereinsname: SC Freiburg
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Dieses Wappen wird oft spontan als das schönste empfunden. Schon die Form macht viel her. Der aus alten Stadtsiegeln entnommene Adlerkopf wurde sauber ins ent­sprechende Feld hineingelegt. Dagegen ist das Monogramm sehr primitiv ausgeführt. Weder sind die Buchstaben auch nur ansatzweise klug miteinander verwoben (wobei der engere Zusammenhang zwischen „S“ und „F“ jeder Logik entbehrt), noch besteht hier eine Anpassung an den Raum, und die Kreisgestalt beißt sich zudem mit der Wappen­form. Da müßte das „SCF“ ganz anders aufgesetzt werden. Vielleicht wäre es dafür hilfreich, die Trennlinie zwischen den Farben flacher oder sogar ganz waagerecht laufen zu lassen, natürlich mit Umgestaltung des Adlerkopfs. Daß die dunklere Farbe unten angeordnet ist, mag aus ästhetischen Gründen sinnvoll sein und bedeutet noch keine Irreführung. Die flächige Darstellung von Farben kann aber nur auf die Vereinsfarben verweisen, und die sind bei diesem Klub gar nicht Schwarz-Weiß! Dank dieses dramatischen Fehlers müßten dem Wappen in jeder Bewertung 0 Punkte gegeben werden. Über den Ursprung der schwarz-weißen Farbgebung ist vor Ort nichts bekannt. Man hätte die Unstimmigkeit längst auflösen können, nämlich durch Wechsel der Vereins­farben auf Schwarz-Weiß, zumal schon der bis in die 1980er Jahre bedeutendere Freiburger FC rot-weiß ist, und der SCF ohnehin nicht mehr in Rot-Weiß spielt. Bei diesem ungeheuren Widerspruch bleibt das eigentlich so talentierte Wappen leider unbrauchbar.

 





Hamburger SV
Vereinsname: Hamburger SV (als Verein)
                    HSV (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Blau-Weiß-Schwarz (findet jedoch keine offizielle Anwendung, da für
                     jeden Zweck das Wappen mit ggflls. beliebig erweiterter blauer Fläche  
                     eingesetzt wird)
                     Schwarz-Weiß-Blau (von den Fans bevorzugt)


Dieses abstrakte Zeichen hat mit deutschen Fußball-Vereinswappen nichts zu tun. Deshalb kann es hier nicht besprochen werden.

 





Hannover 96
Vereinsname: Hannoverscher SV 1896 (als Verein)
                    Hannover 96 (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß-Grün


Jeder stimmt wohl zu, daß bei diesem Verein die ausstrahlungsstarke Zahl ohne Beiwerk groß ins Wappen gehört. Damit ist die erste Aufgabe erfolgreich erledigt. Aber die Umsetzung könnte schlechter kaum geschehen sein. Ziehen wir zum Vergleich mal ein ehemals geführtes Wappen heran. Was war das für ein Überhammer, mit schneidig-sportlichem Schnitt, seltener Kastenform (die keine Außenlinie braucht) und großartigem Farbeinsatz. Das Kunstwerk hätte als einziges Wappen überhaupt 11 von 10 Punkten gekriegt, weil andere Schriftzeichen oder Wappenbilder den Zauber des Zahlenpaars nicht erreichen können. Wieso rückte man davon bloß ab? Nun soll es eine schwerfällig-klobige „96“ richten. Mit kindlich andersfarbig ausgemalten Innenflächen der Kringel, bei dennoch viel zu dunkler Gesamterscheinung. Das Zahlenpaar quillt heraus wie ein Kuckuck aus dem Nest. An Tradition oder überhaupt an Vereinswappen erinnert nichts mehr, und das will bei der Darstellung einer alten Jahreszahl schon was heißen. Nichtmal eine Wappenform ist mehr vorhanden, denn die beiden Ausbuchtungen werden ja erst durch den Inhalt hervorgerufen. Welch unnötiges Trauerspiel. Immerhin verwenden die hannoverschen Ultras das Zahlenpaar im alten Stil, machen aber auch keine Anstalten, für die Wiedereinführung als offizielles Wappen zu streiten.

 





TSG Hoffenheim
Vereinsname: TSG Hoffenheim 1899
Vereinsfarben: Blau-Weiß


An Schildformen gibt es schönere. Der Text ist in belangloser Schriftart einfach nur dahingeschrieben. Zwar soll er in dieser Art tunlichst so klein bleiben, aber trotzdem liegt ein groteskes Mißverhältnis zwischen Inhalt und Raum vor, denn man hätte ja auch z.B. ein großes, schmuckvolles „TSG“ entwerfen können. Eine frei gestaltbare Schildform sollte schon so weit hingebogen werden, daß die Trennlinie zwischen den Vereinsfarben im Winkel ankommt (in einigen Ausführungen trifft sie wenigstens genau in der Mitte der schrägen Fläche auf). Im blauen Bereich ist die erforderliche Außenlinie innen gezogen worden, was in Ordnung ist, da es sonst im weißen Bereich eine doppelte Linie gäbe. Leider sieht man aber auch öfters Versionen ohne Außenlinie im blauen Bereich. Alles in allem entspricht das Wappen dem absoluten Durchschnitt in niederen Ligen. Wäre die TSG Hoffenheim schon immer ein Spitzenklub gewesen, hätte man sich längst ein wahrscheinlich ganz anderes Wappen gegeben. Dies unterbleibt jetzt kurioserweise aus dem Grund, daß man wie ein althergebrachter Verein wirken will.

 





1.FC Köln
Vereinsname: 1.FC Köln 01/07 (als Verein)
                    1.FC Köln (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Dieses Maskottchen mit Wappen kann hier nicht besprochen werden, da es hier nicht um Maskottchen mit Wappen geht, sondern nur um Wappen.

 





Bayer Leverkusen
Vereinsname: TSV Bayer 04 Leverkusen (als Verein)
                    Bayer 04 Leverkusen (als Kapitalgesellschaft)
Vereinsfarben: Rot-Schwarz (Gesamtverein: Rot-Weiß)


Diese an sogenannte „Große Wappen“ von Staaten erinnernde Darstellung hat mit deutschen Fußball-Vereinswappen nichts zu tun. Deshalb kann sie hier nicht besprochen werden.

 





Mainz 05
Vereinsname: 1.FSV Mainz 05
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Welch grandioses Monogramm strahlt uns hier entgegen! Toll anzuschauen, wie die drei Schriftzeichen zusammen einzigartigen Wiedererkennungswert schaffen. Mainz 05 kann geradezu als Prototyp dieser Technik gelten. Die beiden Zahlen orientieren sich gar nicht mal starr am vorgegebenen Raum, sondern führen - untereinander korrespondierend - durchaus ein Eigenleben. Vermutlich sorgt das für mehr Spannung. Auch unten am „M“ wird bewußt parallele Aalglätte vermieden. So weit, so gut. Dennoch zerstört alles der Umstand, daß gar keine Form vorhanden ist. Das Monogramm hängt einfach in der Luft. Auf rotem Untergrund wäre es demnach unsichtbar. Was verspricht man sich davon? Man wird doch andauernd damit beschäftigt sein, bei jeder Anwendung auf nicht-weißem Untergrund eine neue Kreisform anzulegen. Wenn dann noch die Textzeile mit dabei ist, stimmen die Abstände zum entstehenden Rand nicht mehr. Ob die Textzeile sowie auch der völlig indiskutable graue Schatten noch dazugehören, ist derzeit fraglich. Möglicherweise bewegt sich der Verein langsam in die richtige Richtung. Als Dreßwappen verwendet er ordnungsgemäß das Monogramm im Kreis. Dafür würde es in einer Punktewertung 10 von 10 Punkten geben, ohne Form leider 0.

 





Borussia Mönchengladbach
Vereinsname: Borussia VfL 1900 Mönchengladbach
Vereinsfarben: Schwarz-Grün-Weiß oder Schwarz-Weiß-Grün


Das Wappen stammt noch aus Zeiten, als Borussias Vereinsfarben Schwarz-Weiß waren. Nachdem Grün dazukam, wurde drumherum ein grüner Kasten gebastelt, was allerdings eine ganz schlechte Lösung bedeutete, weil Schwarz und Weiß in engerem Zusammen­hang miteinander standen. Längst ist der Kasten wieder weg, aber das Wappen paßt so halt nicht zu den Vereinsfarben. Spätestens durch das Streifenmuster werden jene unmißverständlich als Schwarz-Weiß verkauft. Dabei ließe sich doch eigentlich problemlos die Hälfte der schwarzen Bereiche in Grün umfärben. Um das Wappen zu verstehen, müssen wir uns also in die Zeit vor 1970 zurückdenken, als die Vereinsfarben Schwarz-Weiß waren. Damals standen dem Verein für die Wappengestaltung die gleichen Zutaten zur Verfügung wie Borussia Neunkirchen. Im Vergleich schneidet Gladbach da ziemlich schlecht ab. Vor allem wird man mit dem „B“ nicht warm. Kleiner als möglich, ohne jede spezielle Formgebung und sehr kontrastarm eingebunden, macht es einen traurigen bis eingesperrten Eindruck. In niederen Ligen wäre dieses Wappen wegen der gewissen Monumentalität dank Einzelbuchstabe, Raute und Reduziertheit ein Hingucker. Für den Spitzenfußball sollte es allerdings fortentwickelt werden.

 





Bayern München
Vereinsname: FC Bayern München
Vereinsfarben: Rot-Weiß


Schon auf den ersten Blick wirkt dieses Wappen vollkommen durchgestaltet. Angesichts des Vereinsnamens taugt die bayrische Rautenfahne als Wappenbild. Das Paradestück bildet hier jedoch der Schriftring. Von der Textmenge über die Gleichmäßigkeit und die Randabstände bis zu den Lücken zwischen Ober- und Unterzeile stimmt da einfach jedes Maß. Und es erstaunt immer wieder, wie groß die Schrift zu lesen ist. Genau so legt man Schriftringe an (sollte es nicht hinhauen, dann läßt man es bleiben). Bayern dient hierfür als Schulbeispiel! Zwar erscheint der Winkel beim „Ü“ eigentlich zu modern, doch paßt er wiederum zum Rautenmuster. Einzige Schwäche des Wappens ist das Blau der Außen­linie. Mag ja sein, daß es damit interessanter aussieht und sich besser von rot-weißen Hintergründen abhebt. Solche Kriterien sind aber irrelevant. Im übrigen Wappen liegen der rot-weiße und der blau-weiße Bereich klar voneinander getrennt, wobei der rot-weiße den Vereinsnamen enthält und somit die Vereinsfarben anzeigt. Das Blau der Außenlinie verwischt diese Ordnung nun wieder. Vereinsfarbenfremde Farben können gern geschickt zur Wappengestaltung genutzt werden, aber bereits bestehendes Vorkommen rechtfertigt keine nochmalige Verwendung.

 





Schalke 04
Vereinsname: FC Gelsenkirchen-Schalke 04
Vereinsfarben: Blau-Weiß


Dieses Wappen hat einen gewaltigen Haken: Infolge miserabler Gestaltungskunst wird das riesige „G“ von den meisten Betrachtern nicht erkannt. Und die fürchterlich häßliche Form des blauen Feldes ergibt dann auch keinen Sinn. Somit dürfte das Wappen passend zum Verein wohl meist einfach in die unerklärlich kultig-schrullige Schublade gesteckt werden - was aber wiederum kein Qualitätsmerkmal sein kann. „Gelsenkirchen“ wurde einst in den Vereinsnamen und mithin das „G“ ins Wappen aufgenommen, um der Unterstützung durch die Stadt Rechnung zu tragen. Trotzdem widerspricht jegliches „G“ der üblichen Benennung des Vereins. Schon gar nicht ist diese überdimensionale Größe gerechtfertigt. Wegen der nutzlosen, weiten weißen Flächen, die das „S04“ zudem übermäßig einzwängen, erscheint das Wappen insgesamt auch noch zu hell. Aus rationaler Sicht dürfte dieses Design keinen Schutz genießen. Man sollte sich volle Freiheit für neue Entwürfe nehmen.

 





VfB Stuttgart
Vereinsname: VfB Stuttgart 1893
Vereinsfarben: Weiß-Rot


Dieser Verein hat 2014 sein altes Wappen ohne Veränderungen (!) wieder eingesetzt, nachdem es vorübergehend durch eine mittelstark abweichende Variante verdrängt gewesen war. Somit läßt sich der zweifellos sehr schöne Grundentwurf am besten besprechen, indem beide Ausführungen miteinander verglichen werden. Bei der Ent­schlackung des „VfB“-Schriftzugs hätte man sich auf halbem Weg treffen können. Die württembergischen Hirschstangen und die sie umgebende Form sind im jetzigen Wappen ideal angerichtet. „Stuttgart“ würde dann eh nicht mehr über den Zacken passen, aber für die Zahlen wünscht man sich eine wertigere Schriftart und eine bessere Raum­nutzung („1“ und „3“ niedergestellt, mehr Tendenz in die freien Räume). Die Dicke der Außenlinie stimmt nur beim jetzigen Wappen, ihre Farbe hingegen nur beim zwischenzeitlichen Wappen, denn sie muß schwarz sein, damit der „VfB“-Schriftzug am meisten heraussticht, und nicht die Hirschstangen. Kommen wir zum Gesamteindruck. Während die Bestandteile beim zwischen­zeitlichen Wappen trotz erheblicher Mängel zusammen eine Einheit bilden, ist dies beim jetzigen Wappen nicht der Fall. Hier driften die Teile eher voneinander weg, bis sie viel zu nah an der Außenlinie kleben. So ist das Gebilde unruhig und schwer zu erfassen. Es hätten unbedingt die Vorzüge beider Wappen vereint werden müssen. Das jetzige Wappen ist, wenig verwunderlich, akut überholungsbedürftig. Leider ist dem ein Riegel vorgeschoben, indem die Initiatoren der Wiedereinführung mit extrem moralisierender Hetze dafür sorgten, daß dieses Wappen per Satzung festgeschrieben wurde. Ein blindwütiges Traditionsverständnis zum Kopfschütteln!

 





VfL Wolfsburg
Vereinsname: VfL Wolfsburg
Vereinsfarben: Grün-Weiß


An diesem Wappen ist alles verkehrt. Für einen Fußballverein kann es nicht ausreichend sein, als Text nur den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens herzuzeigen. Außerdem wirkt die Gestaltung des „W“ natürlich auch zu modern. Die Ungleichmäßigkeit des Rings mit der Öffnung ist niemals zu akzeptieren. Sie schafft ja auch nur Probleme, muß die Linie bei den verschiedenen Anwendungen auf allen nicht-weißen Hintergründen doch immer wieder eigenhändig ergänzt werden. Selbst die Farbgebung läuft hier falsch: Wenn die Vereinsfarben als „Grün-Weiß“ bestimmt sind, kann nicht mit explizitem Hellgrün hantiert werden. Trotz des kompletten Ausfalls wird vom flüchtigen Otto-Normal-Betrachter möglicherweise keiner der Mängel wahrgenommen, so daß das Wappen unbeabsichtigt letztlich „richtiger“ erscheint als manch andere querschlagende Kandidaten. Die Fan­szene bemüht sich übrigens schon seit Langem um die Wiedereinführung des vorherigen Wappens (aus Zeiten, als es noch keine Fanszene gab). Darin ist das „W“ mit Zinnen versehen, der Kreis geschlossen und der Farbton regulär. Aber wie gesagt, der Anfangs­buchstabe des Ortsnamens reicht auch dann nicht für ein Fußball-Vereinswappen!